— 110 —Allein Tolozan hatte seine Gesinnungen gar sehr ge-ändert. Das Volk änderte sie eben so gegen ihn. DieMaie ward abgehauen und in die Rhone geschleift. Vonda stürmte die Menge nach dem Büreau der Generalpäch-ter, am Ende der Brücke Guillotiere; alles ward darin überden Haufen geworfen. Ein großer Theil der fremdenWeine, welche sich in der Niederlage befanden, wurdenausgetrunken, und der Ueberrest davon getragen. Jetztentriß das zwiefach trunkene Volk den herbeigeeilten Solda-ten ihre Gewehre, und verwundete viele derselben. Wersich widersetzen wollte, wurde getödtet und in die Rhonegeworfen.Endlich wird, um die Meuterer zu schrecken, ein Dra-gonerregiment aufgeboten. Aber weit gefehlt: Das Volkbewaffnet sich mit Steinen und schleudert sie auf die Reu-ter. Diese, des endlich müde, geben Feuer. Ein blutigesHandgemenge beginnt; von beiden Seiten wird eine großeMenge verwundet; acht blieben auf dem Platz, und zweiwurden lebendig in den Strom gestürzt. Nach vielem Blut-vergießen ziehen sich die siegenden Dragoner auf einen Berg,das rothe Kreuz (croix-rousse) genannt, zurück. DasVolk begiebt sich in die Häuser, um dort seinen Rauschauszuschlafen, seine Wunden zu verbinden, und seine Todtenzu zählen.
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