— 101Blut, vergossen zu Rennes, und zwar aufAnstiften des Adels, am 26. und 27. Jan.1789.Der Adel von Bretagne, bestürzt über den Patriotismder Jugend vom dritten Stande, nahm sieben bis acht-hundert Knechte, Taglöhner, Maurer, Schuster und andreHandwerksleute in Geld. Einladungszettel wurden an derThür des Ständesaals ausgetheilt; der Sammelplatz warauf der Ebene von Montmorin. Diese Bande fand sichdaselbst am 26. Jan. ein; vier Adliche waren an ihrer Spitze.Heulandais steigt auf einen Baum und fragt: ob siees auch wüßten, daß man die Konstitution ver-ändere, unter der sie bis jetzt so glücklich ge-lebt hätten? . . . . Die Antwort war: „manmuß sie beibehalten, man muß sie vertheidigen und denPreis des Brotes herabsetzen.“ Der ganze Haufe, erhitztdurch die Getränke, welche man reichlich vertheilte, stürmtnach dem Pallast und ruft: es lebe der Adel! herun-ter mit dem dritten Stande!Das Parlament nimmt sie freundlich auf, und ver-spricht, den Brotpreis zu verringern. Mit Knütteln bewaffnet, ziehen sie durch die Straßen und schlagen all die-jenigen zu Boden, welche nicht in ihren Chor mit ein-stimmen. Zwei junge Leute, welche sich widersetzen woll-ten, blieben in den letzten Zügen vor dem Kaffehause derEintracht liegen; ein Knabe von dreizehn Jahren wur-de mit Steinen zu Tode geworfen. Der rasende Hauseverfolgte die Flüchtlinge in Buden und Häuser. VieleEdelleute drohten ihren Bedienten, sie sogleich fortzujagen,wenn sie nicht wacker zuschlügen.
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