2006
9l!7. 1712, 8. August, Lucer» an seine Gesandten, Die Landschaft werde immerfort mit Contribnti^beschwert und ausgesaugt und die Baucrnsame durch die Verzögerung und allerlei Einsprengungen immer schwierig'Da jeder Augenblik kostbar sei, solle doch der Frieden ohne Zeitverlust mit oder ohne die Länder geschlossen wer e
Staatsarchiv Lucern: Acten Toggcnbnrg, sOnöl
Daselbst und namentlich auch Staatsarchiv Bern, Tvggenburgbnch I). zahlreiche Missiven über dieContributionen im Lncernergebiet,
998. 1712, 9, August, Morgens 2'/- Uhr, Bürgermeister Escher in Aaran an BürgermeisterZürich, Der leztc Bericht von Zürich mache die Abordnung des GesandtschaftSsccretärö dorthin nothwendig, ^die genaueste Darstellung über den bisherigen Stand der Fricdenönnterhandlnng mündlich zu geben,Vorstellungen habe man bei Bern nichts ausgerichtet, als daß die Gesandten mit Heftigkeit gedroht, einenfrieden zu schließen, und alle Schuld wegen Ursache, Anfang und Fortgang des KriegS auf Zürich gelegt ha 'In Bern habe man 17(17 die Deklaration erbettelt, diesen Krieg angefangen, ehe Bern den völligen ConsensZürich habe seine Truppen nicht agircn lasse», bis die Bcrncr gesiegt; hätte Zürich früher in Feindesland cn» ^dürfe», wäre nicht so viel Blut vergossen worden, Jezt, da es um den Frieden zu thun, müsse dies und d'tdoonäitio mim gun nm> sein, da doch Zürich durch den Frieden vom 18. Juli so herrliche Vortheile erhalten, öcftn ^Baden, Kaiscrstnhl, Mellingen, Bremgarten n, s, w,, ja durch die Remcdur nach Jedermanns Bekenntnis!alle eroberten lande Werth seien. Dies Alles habe den katholischen Orten wehe gctha», daß sie ehersolche Schande und schädlichen Frieden eingehen wollten, Linn wollten sie diesen nach dem bernischcn Sieg ^annehmen; Bern war entschlossen, ihn auS Grvßmuth ohne Weilers einzugehen, damit er beständig bleibe undendlich geholfen, noch Rapperswhl auszndingcn. Weil aber Zürich so viel fordere, müsse Bern laut vorgewn'si^Instruction auch so viel fordern. St, Urban, das Schloß Wikvn, die ganzen Freiämtcr tvären Bern nicht >mwohl gelegen, als waö Zürich begehre; allein, da sonnenklar die katholischen Orte keine Lande noch Leute >>cediren wollen, so soll Zürich nicht Sachen begehre», die den Frieden unmöglich oder doch unbeständigDie Zürcher Gesandten konnten nun nicht absein, daß Bern besser Fug hätte, solche Begehren zu stelle»,
Einsiedeln sei der katholischen Orte heiligstes Ort und Zürich seze Schindellegi, eine Stunde davon zur «m»sink ciun non! Die Gesandten von Zürich hätten gemäß Auftrag 'Alles rcplicirt, und als sie ans dessenbeharren mußten, offcrirtcn die katholischen Orte den Eintritt Berns in alle gemeinen Herrschaften, da doch ^ ,anfangs überall davon abstrahirte, hernach sich mit Thurgan und Freiamt begnügte und Luggarus undcedirt hatte — und jezt mache Bern so gewiß, daß nichts gewisser sei, einen Separatfrieden. Die zürcherischen Gest»besorgen, derselbe sei nun schon zu weit avancirt; Bern dringe allzeit darauf, daß Zürich die Hose fahrenda aber die Gesandten gebundene Hände hätten, habe der Gegentheit die List gebraucht, Bern zu befriedige»,sei jezt noch spröde mit Rapperswhl, das unter den Sehuz aller X111 Orte gestellt und ncntralisirt werden l ^Die Hoffnung jedoch, Rapperswhl zu erhalten, sei noch nicht verloren, zu Mehrerin aber sei gar kein Am ^ ^DaS sei nun die Sachlage. Wenn Zürich allein kriegen wolle, wolle der Bürgermeister die Muöqncte gern "MAchsel nehmen und gehen, wohin man ihn stelle; aber mit gutem Gewissen könne er aus unzähligen Gründe»zur Fortsezung des Krieges rächen. Die Gesandten wissen nun vorderhand keinen Rath und wollen diehinauszuziehen suchen, bis weiterer Befehl einkvmmc, , ,
Staatsarchiv Zürich: Acten Toggenhnrg, Friedensverhandlung.
999.
stich
1712, 9, August, Schultheiß, kleine und große Räthe von Bern an Zürich, In Betrachtung »MM" ^des eigenen inner» Zustandcs und anderer Bedenklichkeiten findet Bern die von den katholischen Orten den 8,offerirten Zusazpunklc zum Frieden vom 18, Juli genugsam und befriedigend, so daß Bern auch keingetragen hätte, ans diese Grundsäze ohne weiterS den Frieden zu schließen, wenn nicht die abweichenden Jnst""^^von Zürich im Wege stünde», Ilm die Harmonie unter beiden Ständen beizubehalten und zur BezengnMb^^Bern dem Stande Zürich alles Gute nicht minder gönne als sich, stehe nun der endliche Entschluß dahin, daß
auf der völligen 'Abtretung von Rapperswhl ebenfalls beharre, jedoch in der Meinung, daß falls dicS nicht Ins
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19. 'August erhältlich sei, Bern ohne weiteres Befrage» den Frieden für sich allein ans Grundlage der Anerbiet»'^