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[3] (1909) Minnelieder und Sprüche : Übertragungen aus deutschen Minnesängern des XII. bis XIV. Jahrhunderts
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147
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Den lass ich hieWissen, wie

Ihnen gab und geben kannMinne zeichen, ruf und ton.

Nun nehmet wahr, dies ist der schild,Darunter mancher hat gespielt:Auf rotem felde ein nacktes kind,Das ist gekrönet und ist blind;Von gold ein strahl in einer handUnd in der andern ist ein brand.Das kind hat auf den rand gespängetZwei flügel, wie zu schnellem fluge,Der schild ist überall besprengetAn dem zeichen und an dem zuge.

Habt ihr vernommen, wie für sie kommenDie worte und die Stoffe klar?Schild und auch kind, das ist ein wind,Nun nehmet auch der glossen wahr!

Weck auf, Minne, spähe, sinne,Üb dein recht, durch das dein heerDich erkenne: schiess und brenneUnd sieh, wer sich dein erwehr'.Fürwahr, so kommt Amor geflogen,Er bringet fackeln mit und bogen:Sein strahl fährt durch die ganze wand,Und nach ihm wirft er seinen brand:So kommt ein feuer, eine lustBald unter minnegehrende brüst.