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[3] (1909) Minnelieder und Sprüche : Übertragungen aus deutschen Minnesängern des XII. bis XIV. Jahrhunderts
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Nun büssc ich, was ich nie genoss.

Viel sind unstäte weiben,

Die benehmen ihm den sinn.

Gott wisse wohl die Wahrheit,

Dass ich ihm die holdeste bin.

Sie können nichts als trügen

Gar manchen kindlichen mann.

O weh mir seiner Jugend!

Um die ich nichts als sorgen gewann.

Reitest du nun hinnen,Der allerliebste mann?Du bist in meinen sinnenFür alle, die ich je gewann.Kommst du mir nicht balde,So verlier' ich meinen leib.Den möchte in allen weitenGott nimmer mir vergelten,Sprach das minnigliche weib.

»Wohl dir, gesellin, gute,

Dass ich je bei dir lag.

Du wohnest mir im mute

Die nacht und auch den tag.

Du zierest meine sinne

Und bist mir dazu hold

- Nun merkt, wie ich das meine -

Wie edele gesteine,

So man die fasst in das gold.«