22se Armenpflege die Religion der Armenkinderbefördert: so bestrebet sie sich auch durch Ar-beitsanstalten die Kinder fortwährend zu be-schäftigen, und sie dadurch von allen, der Re-ligion so nachtheiligen Lastern kräftig abzu-wenden. Ohne Umstände zu machen rufe icheure tägliche Erfahrung als Zeuge auf. Wel-ches ist doch das gräuliche Sittenverderbniß,worüber die Herzen der Gutdenkenden beson-ders seufzen und klagen? Ach! wir wissenes. Ach! Kinder, deren zarte Hände früh-zeitig zur Arbeit gewöhnt, und deren weicheHerzen zur Tugend gebildet werden sollten,diese wurden immer, auch leider in den ruhi-gen Zeiten des Verdienstes, von ihren Aelternzum Betteln abgerichtet; auch noch werdensie dazu vielmehr als zu Geschäften angefüh-ret; und so wird die Schamhaftigkeit, diesemächtige Schützerinn der Tugend, gleich inder Blühte ihres Alters ersticket; so wächst eingroßer Theil der Jugend ohne Erziehung, ohneReligion auf, und so wird allmählig die Sitt-lichkeit vergiftet, wenn diesem Verderben nichtabgeholfen wird. Dieses zu heben, ist dieAbsicht der Armenpflege; mithin in allem Be-trachte wahr, daß dieselbe wohlthätig für dieReligion der Kinder bedacht sey. Endlich,was die Größern betrift, was die erwachsene
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Fünf Predigten zur Empfehlung der neu errichteten allgemeinen Armen-Versorgungsanstalt
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