11Weise geordnet seyn, indem er, so viel esihm möglich ist, nur wahre Armen zu unter-stützen sucht. Wenn Menschen mit Almosenbegünstigt werden, die nicht zu den wirklichDürftigen gehören: so wird durch diese un-weise Mildthätigkeit den würdigen Ar-men, die oft in der Stille schmachten, dieihnen allein gebührende Unterstützung entzo-gen, indessen Müßiggehende und Arbeitsfä-gige sie hinnehmen und zweckwidrig verwenden.Eben dadurch erhält der Staat zu-gleich schlechte und gefährliche Mitglieder,welche doch wahrscheinlich gute und nützlicheBürger würden geworden seyn, wären sie nurbey Zeiten durch Versagung unverdienter Al-mosen genöthigt worden, ihre Hände zur Ar-beit zu bieten. Auch die Kinder dieser Elen-den fallen gewöhnlich dem Staate zur Last,da sie aus Mangel an allem bessern Unter-richte durchgängig dem heillosen Beyspiel ih,rer Aeltern folgen. Zu wie vielen gemein-nützigen Zwecken könnten endlich nicht die be-trächtlichen Summen verwendet werden, wel-che jetzt aus einer übel verstandenen Mildean solche, den Namen von Armen nicht ver-dienende, Müßiggänger verschwendet werden.
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Fünf Predigten zur Empfehlung der neu errichteten allgemeinen Armen-Versorgungsanstalt
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