332
März 1623.
die Gesandteil, Mannschaft zu Livincn und jenseits des Gebirges bereit zu halten, um ihnen bei einemUeberfall bcispringcn zu könneil, alle Mittel und ihre Autorität in Anwendung zu bringen, um das Unheilvon ihnen abzuwenden und, wenn das nicht gelingen sollte, die Sache vor eine gemeineidgenössische Tag-satzung zu bringeil. Der Abgeordnete macht zugleich auf die weitaussehenden Konsequenzen für die ganzeEidgenossenschaft aufmerksam und weist den Abschied der vier evangelischeil Städte vom 17. Februar vorund den Eid, welchen die in Misox zusammen geschworen haben. Ferner werden zwei Schreiben des GrafenTrivulzio und dessen in die fünf Orte abgeordneten Auditors verleseil. Die Gesandtschaft von Uri berichtet,daß sie durch den Priester Flamineo erfahren habe, daß der Guberuator zu Mailand auf das Schreibender fünf katholischeil Orte hül den Grafen Trivulzio nicht offeil unterstütze, daß er aber demselben versprochenhabe, ihm insgeheim zu helfen; daß bereits Ritter Georgia nach Innsbruck abgeordnet worden sei, um daselbstVolk zu sammeln und durch Nhcinwald zu führen; ferner daß Don Diego, Trivulzios Vetter, der sich Z"Ascona aufhalte und Feindschaft im Thal habe, unter dem Schein der Feindschaft mit 560—660 Banditenauf der andern Seite einbrechen könnte. Unter solchen Umständen und da man durch Molina vernimmt,daß man diese Sache zum Gegenstand einer Thädigung machen wolle, und daß, wenn man nicht einwillige'»sollte, es der Untergang der Mesolciner und deren, die ihnen beisteheil, sein würde, so halten Uri, Z»bund Solothurn für zweckmäßig, die Sache beförderlich vor eine gemeineidgenössische Tagsatzung zu bringtdamit nicht etwa die Mesolciner plötzlich überfalleil lind die Pässe eingenommen werden. Die vier a»de»'»Orte halteil aber für rathsamer, diesen Handel auf dem Wege der Güte beizulegen, und da der GubernatM'nicht gerne sehe, daß die evangelischen Orte sich einmischen, und diese selbst die katholischeil aufgeford^haben, mit der Krone Spanien zu unterhandeln und dahin zu wirken, daß die von Misox bei ihren F^"Heiken verbleiben, so stimmen sie für eine nach Mailand abzuordnende Gesandtschaft von Lucern und 3^waldeil, welche am 10. März abreiseil soll. Dieselbe soll sich in keine Thädigung einlasseil, sondern erkläre»,daß den Orten die Prätension des Grafeil Trivulzio „fremd, seltsam und unleideutlich" vorkomme, b»»dieselbe den Bünden, der Erbeinigung und den voriges Jahr zu Mailand geschlosseneu Tractaten zuwlde^laufe, und daß man sich zum Guberuator und dein Hause Oesterreich versehe, daß sie diese auft^erhalten werden, damit man nicht genöthigt sei, die Sache auch vor die übrigen Orte zu bringeil. Erh»die Gesandtschaft eine abschlägige Antwort, so soll Zürich sofort aufgefordert werden, eine allgemeine T»bsatzung zusammenzuberufen. Die Gesandtschaft wird angewiesen, nicht länger als fünf Tage in Mail»'^zu bleiben. Wenn sie eine abschlägige Antwort erhält, so soll sie den Landvögtcn auf ihrer Hei»"'^^befehlen, zu Lauis 500, zu Luggarus 300 und im Bollenz 300 Mann gerüstet zu halten, um bei ciM"plötzlichen Ueberfall bei der Hand zu sein. Davon werdeil Casati und Zürich in Kenntniß gesetzt. T»»^von Mesolcina wird die Versicherung gegeben, daß die Orte sie nicht verlassen und das Bündnis; tre» »halten werden; zugleich werden sie ermahnt, auf ihrer Hut zu sein, damit sie nicht durch „Bubengsi"nächtlicher Weile überfallen werden. Wegen Bedrohungen soll auch Bcllenz sicher gestellt werden.
Freiburg und Solothurn ersuchen die vier übrigen Orte, ihnen die Schlichtung des Streites wege» ,Zolles an der Zinnen zu Luceru auf nächster eidgenössischer Tagsatzung anzuvertrauen, damit die E»»gder katbolischen Orte wieder hergestellt werde. Die Gesandteil von Uri, Schwyz und Unterwaldendiesen Antrag in den Abschied, v. Mehrere Orte finden es zweckmäßig, daß die schon mehrmals bespr» ^Gesandtschaft nach Frankreich abreise, damit dieselbe die bei Hof verbreiteten Verleumdungen widerlege, ^König auseinandersetze, warum die katholischen Orte in den Tractat von Madrid nicht einwillige» kb»»