Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
726
Einzelbild herunterladen
 

72k

Januar INOS.

französischen Zahlungen wegen eine gemein-eidgenössische Tagsazung ausschreiben, damit man sich gemeinstberathen und den betreffenden Orten ernstlich vorstellen kann, wie nachthcilig für gemeine Eidgenossensch»ßsolche Festungen seien und wie die frommen Altvordern dergleichen nicht geduldet haben. — Damit aber de»III Blinden, im Fall sie unerwartet überfallen würde», wirksamer Beistand geleistet werden kann, ist »öthiZ-daß die evangelischen Orte, wiewohl Basel und Schasfhansen mit jenen nicht verbündet sind, als ihre Religio»^genossen sich entschließen, wie man sich gefaßt machen wolle. Die Gesandten Berns erklären, daß die von de»III Bünden begehrten Schreiben an den König von Frankreich und an die Herrschaft Venedig nnnmehr >v°^abgehen dürften, e. Die bernischen Gesandten erörtern ausführlich die Beschwerden Berns wegen der Viele»Angelegenheit, daß nämlich das mit großen Kosten und vieler Mühe beschlossene Werk wieder umgestürzt werde»wolle und daß die von Biel mit Reden und Andern« sich ungebührlich erzeigen; Bern habe ein ernstes Schreibe»an den Bischof erlassen und dieser im December darauf geantwortet, die Übergabe werde, sobald das D»»»capitel sich resolvire, stattfinden. Bern begehre Hülfe und Rath, damit die Sache endlich zum Abschluß ift'bracht werde. Man hat darauf keinen andern Bescheid zu geben gewußt, als daß man längst gern gesehe»hätte, die Sache wäre erledigt und die Gesandten der zu Baden bezeichneten sechs Orte wären dazu beruft»worden, weil, je länger dergleichen Sachen anstehen, je mehr „Ungnts" dazwischen laufe; es sei übrigens »iOzu denken, daß ein so stattlich confirmirtes Werk wieder umgestürzt werden könne; daher halte man für b»sBeste, die Sache verabschiedeter Weise an die Hand zu nehmen, damit man allerseits zur Ruhe gelange. l>»dda man vernommen hat, daß das Capitel der Stift Basel vor einigen Tagen versammelt gewesen ist und ^sich vielleicht nunmehr resolvirt hat, soll Bern den Bischof um endlichen Bescheid und um Ansezung eines Taiftfür die Übergabe ansprechen. Sollte das abermals keinen Erfolg haben, so würde man sich weiter entschließ»»müssen. Inzwischen soll Zürich in der drei Städte Namen an die von Biel schreiben, daß man verneh>»»'es gehen Practiten bei ihnen vor, was, wenn es sich so verhielte, dem von den XII Orten besiegelten Verteilentgegen wäre, daß sie sich dem Abtausche unterziehen und sich ruhig verhalten sollen, da man die Sache baldzum Ende zu bringen hoffe. ,l. Die Gesandten Zürichs verlesen eine Zuschrift der V „Catholisch genannte»"Orte, worin diese vermeinen, daß alle Prädicanten in der Landgrafschaft Thurgau in den evangelischen Kirchsneben dem Vaterunser das Ave Maria dem Volk vorsprechen müssen, und legen den Entwurf zu einer Antn?»^vor, über welchen sie die Meinung der drei andern Orte zu vernehmen wünschen. Da man diese Antw^gründlich und wohlabgefaßt findet, so glaubt man, daß auch die Obrigkeiten damit einverstanden sein werde»'O. Zürich und Bern stehen die Kriegskosten für ihre Besazung in Genf, Basel und Schaffhausen ihre vorg»'schossenen Gelder noch ans. Da nun der König von Frankreich kraft des TractatS über Beschirmung ^Stadt Genf einen ziemlichen Theil daran zu zahlen schuldig ist, der Ambassador von Vic aber, als er dar»»'angesprochen wurde, keinen Bescheid gegeben hat, so wird für nöthig erachtet, daß Bern beim König um ^zahlung dieser Kosten anhalte und Antwort begehre. AnS der Antwort wird man dann entnehmen könne»,der König diesen Tractat zu halten Willens sei, was bei dessen Erneuerung zu berüksichtigen sein wird.der König seinen Antheil nicht bezahlen wollen, so muß mit Genf abgerechnet werden, das dann gemäßBundes den Städten die Hälfte der Kosten vergüten muß. — Bezüglich des Wunsches der Stadt Genf,mehr Orten in den Bund anfgcnommen zu werden, wozu ihr von einigen Hoffnung gemacht worden seinfindet man, daß dieses allerdings gut wäre, will aber noch weitere Gelegenheit und Zeit abwarten, tBetreff des vom Kurfürsten von der Pfalz angcsnchten Religionsverständnisses hat Bern einige Artikel e»l'