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5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
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August 1587.

2«.

Münzconferenz der Städte Bern, Freiburg und Solothurn.

Aern. 1587, 3. August (24. Juli a. K.).

Staatsarchiv Bern, Instruclio»«»buch l,. S. 5>Sl.

Gesandte: Bern. Beat Ludwig von Müline», alt-Schnltheiß; Ulrich Megger; Haus Anton Tillicr,Sekelmeister. Freiburg. „Ratschi" (Razö), Hauptmann; Christof Reiff. Solothurn. Ludwig Grimm. —Von Bern und Freiburg waren auch anwesend die Miinzwardeine und Miinzmeister.

Nachdem die Gesandten die große Unordnung und Verwirrung in Erwägung gezogen hatten, die zumhöchsten Nachtheil des gemeinen Mannes durch Steigerung allerlei grober Silbersorten täglich mehr zu Tagetritt, wurde in Berathung der Mittel, solchem abzuhelfen, gefunden und verabredet, es sollen die französischenPistolet- und die kaiserlichen Krone» nicht in höherm Werths angenommen werden, als sie gegenwärtig ihrenLauf in den drei Städten haben, d. h. die französische, 14 Gran gewichtige Sonnenkrone zu neunundzwanzigund die gleichgewichtige kaiserliche Krone zn sicbcnnndzwanzig Schwyzcrbaze», jedoch sollen frühere, in dieserMünze gemachte Verschreibungen von gegenwärtiger Valvation unberührt bleibe». Hinsichtlich der Franke»und französischen Diken, die nach dem Zeugniß der Miinzmeister eine Steigerung nicht ertragen, ist auf Gefallender Obern hin verglichen worden, daß es beim gegenwärtigen Curs sein Verbleiben haben, nämlich der voll-wichtige Franken für neun und einen halben Schwyzerbazen und der französische Dikpfenning für sechs Bazenund drei Kreuzer eingenommen und ausgegeben werden solle, indem zu befürchten wäre, daß bei einem höhernPreise das Gebiet der drei Städte von dieser schlechten Münze zum Nachtheil des gemeinen Mannes über-schwemmt würde. Zur Vergleichnng des Gewichtes dieser zwei Münzsorten soll Hauptmann Raz6 eine Anzahlderselben ans Lyon zu Händen der drei Städte herbeischaffe», zur Vertheilung an die Ihrigen, und sodanngegenwärtiger Vergleich publicirt werden. — Da eine Gleichförmigkeit und bestimmte Werthung verschiedenerMünze» in den wälschen Vogteien nur schwer zn erzielen wäre, so soll Freibnrg in der drei Städte Namenden Herzog von Savoycn und dessen Rath zn Chambcry um Zusendung eines Abdrnkes ersuchen „der einfachengroßen und vier größincn, so Jr Gnardin ufgsezt und eines gar geringen GhaltS befunden hat, mit Verzeich-nung der Anzahl, wie viel von jeder Sorte auf ein Mark gehen, auch ihres hallts an Fin." Zugleich sollendem Herzog die großen und vielfachen Klagen vorgestellt werden, welche bei den Unterthanen wegen solchergeringhaltiger savoyischer Münzen laut geworden, unter Hinwcisnng auf den Nachthcil, welcher des HerzogsReputation durch den Mißbrauch seines Münzstämpels erwachsen müsse. Würde hierin nicht Abhülfe geschaffen,so sähe man sich zur Verrufung dieser Münzen genöthiget. Die Antwort solle Freiburg den beide» andernStädten mittheilen. Inzwischen sollen die wälschen Unterthanen angewiesen werden, innerhalb der nächsten dreiMonate sich dieser schwachen savoyischen Münzen zu entladen, damit sie bei deren allfälligem Verruf nicht inSchaden kommen. Ferner sollen die Amtleute auf die Wechsler der groben und geringen deutschen Münzenfleißig Acht geben, damit sie nach Verdienen bestraft werden.