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5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
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44 Juli 1587.

Zwietracht zwischen der Obrigkeit und Bürgerschaft entstehen wurde, dein Eutscheid der fünf Orte sich zuunterziehen. Nach diesem hat man den Bürgermeister aus dem Schwörbuch den Eid schwören lassen, dann dieNathspersoneu und Zunftmeister und zulezt die ganze Burgerschaft, worauf dein neuen Bürgermeister vor allenUmstehenden das Stadtsiegel übergeben wird. Dein Bürgermeister und Rath wird bewilligt, wie früher überdie Civil- und Crimiualsachen zu urtheilen, während die Kriegshändel und die mit dem vergangenen Aufruhrzusammenhängenden Sachen dem Hauptmann und dessen Gericht unterworfen sein sollen. Bei Übergabe derGewölbschlüssel wird ihnen anbefohlen, für der Stadt Renten und Gefälle einen Sekelmeister zu ernennen,der zu bestimmten Zeiten Rechnung abzulegen und die Vorschüsse den Schlüsselherren abzuliefern hat, die esin ein Gewölbbuch verzeichnen werden. Dieses hält man für das geeignetste Mittel, allem Verdacht, derfrüher aus Abgang einer Rechnung und eines Jnventariums des vorhandenen Geldes auf sie gefallen, vor-zubeugen. Da man wahrgenommen hat, daß der Stadtschreiber Oseas Schilling bei der Bürgerschaft sehrverhaßt ist und man es daher nicht rathsam findet, ihn länger bei diesem Amt zu belassen, wird ihm gerathen,sich anderstwohin zu verfügen. Er unterzieht sich und wünscht nur Vergütung seines erlittenen Schadens,einen ehrlichen Abschied und eine Urkunde der ergangenen Urthcile. Dem Rath wird nun anempfohlen, sichum einen andern Stadtschreiber zu bewerben und auch alle andern Ämter »ach Übung zu bcsezen. Und weildie Weibspersonen durch Aufreizung Vieles an den lezten Ereignissen verschuldet und ihre Männer in's Elendgebracht haben, werden sie vorbcschieden und crmahnt, sich fortan bescheidener zu verhalten und ihre Männerzum Frieden zu weisen,mit betrönwung, welche solches fräuenlich vberfaren wurde, dermassen zugcschweigen,das sie nichts mehr reden solle." Ans den Vorschlag der Hanptlente werden «>00 Mann, zur Hälfte Schüzcn,zur HälfteHarnisch," als Besaznng hier belassen, so daß jeder Hauptmann unter seinem Fähnchen 15>0 Mannhaben soll; alle vier Fähnchen zusammen sollen unter einem Hauptmann stehen, der im Namen der fünf Ortefür die Sicherheit und Ruhe der Stadt zu sorgen hat; der Kehr nach tritt jeden Monat ein anderer Haupt-mann in Function; der jeweilige Hauptmann hat persönlich in Mühlhansen zu wohnen und erhält Besoldung,während die andern inzwischen ohne Sold sind; der Hauptmann von Zürich übernimmt den ersten Monat,vom 18./28. Juli an gerechnet, nach ihm der von Bern, hierauf der von Basel und znlezt der von Schaff-hanse». Den Besaznngsknechten sollen die Bürger nichts als die Wohnung, Holz und Salz zu geben schuldigsein. Den Hauptlenten, welche für die Besaznng monatlich 4200 Kronen begehren, wird anempfohlen, dieKosten soviel möglich zu mindern und sich mit Bürgermeister und Rath in's Einvernehmen zu sezcn. Demersten Hauptmann, Jost von Bonstetten von Zürich, wird eine besondere Instruction zugestellt.

Montags den 17./27. Juli werden die Kriegslente aller Fähnchen versammelt und unter Belobungabgedankt. Folgenden Tags wird die Besaznng beeidigt unter Ermahnung zur Nüchternheit, zum Gehorsamund guter Disciplin. Vor dem Abschied wird noch einmal die ganze Burgerschaft versammelt und wird ihreröffnet, daß kein guter Friede zu erwarten sei, wem« sie die während der Zwietracht vorgekommenen Belei-digungen zu berechtigen unterstünden, daß man daher von Obrigkeits wegen dieselben als aufgehoben undabgethan erkläre, jedoch andere Ansprachen, Schulden u. dgl. vorbehalten, daß sie nunmehr alle Parteilichkeithinlegen und in Frieden und Einigkeit, wie sie gelobt und geschworen habe, fortan lebe.

Weil endlich der Mühlhanser Angelegenheit halber viel ungute Reden, besonders über die fünf Orte, inder Eidgenossenschaft und andern Orten ergangen sind, als hätten sie das arme Völklein unnöthiger Weisemit Krieg überzogen und es zu keinem Vertrag wollen kommen lassen, und da wenig Leute genau wissen, wie