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Mai 1587.
fangenen nicht gestatten wollen, da sie ferner von Verschiebung bis zur künftigen Jahrrechnung in Badennichts wissen wollen und bezüglich der entflohenen Bürgermeister Fink, Näthe und Bürger sich vernehmenlassen, wer dieselben fortgehen geheißen, möge sie wieder znrükkehren heißen, rüsten die Gesandten sich zurAbreise. Während dessen lassen die Bürger bitten, noch einen Tag zu verweilen, anzuhören, was die Gemeindeden Gesandten der acht katholischen Orte über Wiederaufnahme in den Bund vortragen werde und sie in ihrendießfälligen Bitten zu nnterstüzen, ferner die „Secret" von der Thür des Gewölbes abzunehmen und derInventarisirnng beizuwohnen. Hierauf wird aber nicht eingetreten, mit dem Bemerken, daß das Alles beider Rükkehr der Gesandten in Basel verrichtet werden könne; die Siegel werde man bis zur Constituirnngeiner ordentlichen Obrigkeit vom Gewölbe nicht abnehmen lassen.
Am 27./I7. Mai erscheinen in Basel vor obbcnanntcn Gesandten Othmar Fink und etwa dreißig flüchtigeRäthe und Burger und bitten auf die Mittheilnng hin, daß die Verhandlungen in Mühlhansen ohne Erfolggewesen, man möchte sie nicht rechtlos im Exil lassen und der Zusage gemäß ihnen ans ihre und der StadtKosten thätliche Hülfe angedeihen lassen. Worauf einstimmig beliebt wird, denen von Mühlhausen das Rechtdarzuschlagen, dann aber, wenn dieses, wie zu vermuthcn, wiederum abgeschlagen würde, die Waffen zubrauchen und Gewalt mit Gewalt abzutreiben. (Das Schreiben der fünf evangelischen Orte an die Bürger-schaft zu Mühlhanscn trägt das Datum 17./27. Mai.) Inzwischen soll Basel der vorderösterreichischen Re-gierung schriftlich und mündlich die Lage der Dinge zur Kenntniß bringe» und sich mit ihr berathen, wieAbhülfe geschaffen werden könnte, jedoch ohne ihr vom Entschluß der fünf Orte Kenntniß zu geben. Deß-gleichen soll es jene Personen in Basel, welche die Mittel zu kennen behaupten, wie Mühlhause» bald zu Händengebracht werden könnte, in'sgeheim um ihre Ansichten befragen und diese den andern Orten mittheilen. DasGesuch der Bedrängten um beförderliche Hülfeleistnng, bevor die Anfrührer zu Mühlhansen sich mit einerBesazung verstärken, wird, wie auch der Antrag, diejenigen von den unruhigen Burgern von Mülhausen,welche in der fünf Orte Gebiet betreten werden, gefangen zu nehmen, in den Abschied genommen.*) k. Bernmacht Anzug, daß die VII katholischen Orte sich nach und »ach, ohne mit den übrigen Orten darüber zu con-feriren, in verschiedene ausländische Bündnisse eingelassen haben, z. B. mit Savoycn, mit dem Bischof vonBasel und mit Spanien und auch durch eine besondere Religionsliga unter sich sich näher verbunden haben, wasmit der Zeit gemeiner Eidgenossenschaft nicht zum Guten gereichen diirfte, und beantragt die Ansschreibnngeiner gemein-eidgenössischen Tagsaznng. Man hält jedoch nicht für thnnlich, dieser Sache wegen einen besondernTag abzuhalten, sondern findet für besser, auf der bevorstehenden badischen Jahrrechnung dieses zu verrichtenund im Ausschreiben davon Erwähnung zu thun, damit die Gesandten darüber instruirt werden können. Zürichsoll auch die Bündner, Bern die Walliser einladen, um mit ihnen vertraulich sich besprechen zu können unddieser Sachen wegen, sowie über Vollziehung der „angefragten Pnndtshandlung" mit ihnen z» tractiren.
") Mit Schreiben „in eyl" vom 2V./M. Mai melden die Geheimen Räthe, genannt die Dreizehn, Basels an Zürich, daß ihnenaus Mllhlhausen so eben eine abschlägige Antwort auf das Rechtbieten zugekommen sei und daß man nun, bevor die Mühlhaujerihr Vorhaben gegen die Gefangenen und Flüchtigen in's Werk sezen und eine Besazung einnehmen, schleunigst einschreiten müsse.In einem po»t »ariptmin melden sie, daß in Basel ein erfahrener französischer Militär (de Cusdö) sich befinde, der sich anerbiete,mit seinen schon bereiten Soldaten binnen drei Tagen die rebellische Stadt Mllhlhausen den evangelische» Orten zu Händen zubringen „durch eine wolersarne Stratagematische Uberfallung," ohne Belagerung, wenn man im Geheimen mit ihm sich vergleicheund ihm bezügliche Vollmacht gebe.