——39Diacon Conrad Hadernach bestand. So war alsodie hiesige Gemeinde in 19 Jahren ohne öffentli-chen mit obrigkeitlicher Erlaubniß gehaltenen Got-tesdienst.Johann Matthias Maes mußte nachHerborn reisen, und wurde dort zum Prediger dieserGemeinde ordinirt, weil die Classe mit der Ordina-tion zu lange zögerte. Er stand der Gemeinde vorvon 1626 bis 1629. Die Predigten wurden indieser Zeit in Privathäusern gehalten; den Eigen-thümern dieser Häuser, in welchen Gottesdienst ge-halten wurde, ward ein Verzeichniß von den aufzu-nehmenden Zuhörern zugestellt; diejenigen wurden ab-gewiesen, deren Nahmen nicht in diesem Verzeich-nisse standen; ohne diese Maßregel würde die Mengeder Menschen die gottesdienstlichen Zusammenkünfteunmöglich oder doch äußerst beschwerlich gemachthaben. Wegen der Gegenwart des kayserlichenKriegsheeres, das diese Länder drückte, und wegendes noch härter drückenden Gewissenszwanges der da-mahligen Zeit mußte J. M. Maes seine Erlassun-von der Gemeinde begehren, die er auch erhielt. Vorseiner Abreise ermahnte er die Vorsteher derselbenauf eine rührende Weise zur Standhaftigkeit in ih-rem Bekenntnisse. Man konnte in dieser traurigenZeit keinen benachbarten Prediger bewegen auch nur.ein Mahl hier zu predigen.Gobertus (oder Hubertus) Adam
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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