—26schen zu erwarten hat; eine christliche Gemeindesollte aber nie so unchristlich denken, nie so eigen-nützig handeln. Wollte sie aber auch auf eignenVortheil hinblicken, so sollte sie sich erkenntlich anden mannichfaltigen Nutzen erinnern, welchen einsolcher Lehrer während seiner langen Amtsführunggestiftet hat. Und hatt denn Euer ehrwürdiger Pre-diger Janssen Euch nicht einen wichtigen Beweisvon Liebe und Uneigennützigkeit gegeben noch in denletzten Monathen seiner Amtsführung? Hat er nichtgroßmüthig Verzicht geleistet auf sein ganzes Gehalt,damit Ihr seinen Nachfolger desto schneller und un-gehinderter wählen könntet? Hat er nicht ganze 39Jahre Euch freudig zu allen Zeiten gedient? Vondem Jahre 1584 an hatte die hiesige ReformirteGemeinde ihre Prediger und von dieser ganzen Zeitan — also in 218 Jahren — hat nur Ein Ein-ziger Prediger sein Amt bey dieser Gemeinde län-ger verwaltet, als unser Prediger Janssen; jenerEinzige war Hardingius ab Hamm, welcher die-Jahre vorstand. Diesen abgerech-ser Gemeinde 45net, haben alle andere Lehrer sich früher, als Janssen,von unserer Gemeinde getrennt, indem entweder derTod oder ein anderweitiger Beruf sie abforderte.Selbst jetzt noch legt Euer alter Lehrer seinen Hir-tenstab nicht aus Bequemlichkeit nieder; gern hätteer die Pflichten seines Amtes noch länger wahrge-nommen, wenn nicht die Abnahme seiner Kräfte ihn
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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