15nur noch von denen übrig, welche ihn in dem Jahre1763 zum Prediger dieser Gemeinde erwählen hal-fen! Wie muß es einem ehrwürdigen Greise zu Mu-the seyn, wenn er an dem Abend eines thaten-vollen Lebens noch ein Mahl auf diejenigen zurück-blickt, die, auf einer großen Strecke des Wegesdurch dieses Leben, seine Mitwanderer waren; wiemuß es ihm werden, wenn er den größten Theildieser seiner Gefährten auf der Pilgerreise schon hatvoraufgehen sehen in das Vaterland der Geister!Er steht dann beynah' allein da; er steht einsamda, unter andern Menschen und sieht nur ganzfremde Gesichter. Seine älteren Freunde entrißihm der Tod; mit den neuen Ankömmlingen errich-tet er nicht leicht vertrautetere Bekanntschaft; dieErfahrungen der Vergangenheit erlauben es demAlter selten und nur in einzelnen wenigen Ausnah-men, eine enge Freundschaft zu schließen: denn je-ne Erfahrungen sind nicht immer die angenehmsten,besonders in einem weiten Kreise des Wirkens, inwelchem man zu schaffen hat mit Menschen von derverschiedensten Denkart, von entgegengesetzten Mei-nungen und Vorurtheilen.Wie zahlreich waren die Geschäfte, die un-ser würdiger Prediger Janssen überkam, als ersein öffentliches Lehramt bey dieser Gemeinde an-trat. Man schien damahls die Frömmigkeit nachder Zahl der äußeren Gottesverehrungen zu messen.
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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