81Hindernisse gesagt habe, glaube ich schließlich noch ei-nen Umstand nicht unberührt lassen zu dürfen, wo-durch indirecte auch Bedenklichkeiten, gegen den Ueber-gang zu diesem Stande hervorgebracht werden. — DerEhestand erhält nämlich für manchen Katholiken dadurchetwas abschreckendes, weil nach dem Lehrsystem derkatholischen Kirche, die Ehen dem Bande nach, nichtanders als durch den Todt aufgelößt werden können,sollten auch noch so erhebliche Gründe vorhanden seyn.Es leuchtet leicht ein, daß auf diese Art nicht nur derschuldige, sondern auch der unschuldige Ehegatte ge-ſtrafet werde, denn dieſer darf ja auch bey Lebzeitenseines Ehegatten nicht zur anderweiten Ehe schreiten,welche Folgen nun aber bey einer blos vom Tisch undBett erfolgter Trennung, so zu sagen, unvermeidlichgemacht werden, überlasse ich eines jeden eigener Be-urtheilung, — nur so viel finde ich nöthig hiebey zubemerken: wird ein so geschiedener feuriger gesunderEhemann oder Ehefrau, wenn die Natur bey ihnenüber die Pflicht siegt, und wenn so Bastarten auf dieWelt gesetzt werden, diese That nicht mehr und sorg-fältiger als ein Unverheiratheter vor den Augen desPublikums geheim zu halten suchen? Sollte ich wohlirren, wenn ich behaupte, daß in solchen Verhältnis-sen größere als die gewöhnlichen Beweggründe, vor-handen seyen, um die Folgen des außerehelichen Bey-schlafs, entweder vor, oder gleich nach der Geburt,durch
Druckschrift
Mittel und Vorschläge wodurch ... dem Verbrechen des Kindermordes vorgebeugt ... werden würde ...
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten