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Melchior Lechter
Entstehung
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des Schaffenden vor Gott! Jeder Strahl der Linie, jede Flamme der Farbe steigt hierals Gebet, dort als Dank hinauf zum ewigschenkenden Einen und wird von ihm wiedermit dem lebendigen Feuer beseelt Kein Glanz, kein Ding hat einen andern Zweck alsein Flehen um Empfängnis oder ein Lob für Empfangenes. Die ganze Stufenfolge vonLeiden und Freuden des schaffenden Menschen liegt zwischen diesen Polen, und wiealle Inschriften des Saales es verkünden, so sind die Mienen der Genien und Gestaltendeutlicher als sie das Bekenntnis des Strebens, des Leidens und der Arbeit, so sind allePracht, alle Kostbarkeiten deutlicher als sie der Ausdruck der Hoffnung* des Jubels undder Erhörung. Die ewige Frage nach dem Geheimnis des Schönen, das nur dem gläubigstaunenden Auge offen steht, der Lohn für den nieversagenden Glauben ans Werk, dernur dem Hingebungsvollen und Beharrlichen wird, hat hier eine Bildhaftigkeit, hat Gestaltgewonnen. Alle Kunst ist zum Kult geworden, der dem schöpferischen Grunde derTräume, der Gott dient, und der als wesentliche Handlung die Weihe des Schaff enden hat:BERUFEN DURCH DES MYSTISCHEN QUELLS TRANK / EMPFANG DEN HEILIGENRAUSCH / AUS DEM GEBOREN GEWEIHTE WERKE!"

ENDE

MELCHIOR l- LECHTER:

SCHLUSS-STÜCK AUS DEM GEDENKBUCHMAXIMIN" 1907