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denden Künstler dort gegeben, wo er den ganzen Menschen einzig mit seinem Rhyth-mus umfangen kann: im selbstgestalteten Räume.
Durch die Stiftung der Inhaber der Firma Pallenberg — wie denn überhaupt nebenden Männern des Schrifttums, der Musik und Museumsverwaltung vor allem Industrielle,Staatsmänner, Baumeister wie Messel, Schwechten, Karl von Grossheim, Drucker undandre Handwerker die ersten Anhänger und besten Förderer Lechterscher Kunst ge-worden sind — durch Jakob Pallenberg und Ludwig Ziegler wurde Melchior Lechterdie Aufgabe zuteil, im Kunstgewerbe-Museum zu Köln am Rhein einen Feierraum zuschaffen, der ein einheitliches Gesamtwerk der bildenden Künste und Kunstgewerbedes heutigen Deutschland darstellen sollte. Auch hier erfüllte sich eine glückliche Not-wendigkeit: dass die Wahl auf den Künstler fiel, der im Jahre 1897 wie wenige andreimstande war, eine solche Aufgabe zu lösen. So sehr die Ausstellung des vorhergehendenJahres die Vielseitigkeit und Stärke seiner Kunst gezeigt hatte, so umfasste sie dennochkein Gesamtbild seines Könnens: denn er hatte in der Einrichtung und Ausstattungseiner Wohnung schon erfüllt, was nun das grössere Werk von ihm forderte! Er hatteRäume geschaffen, die nur von seinem Rhythmus getragen sind, und deren Luft vonseinem Geiste belebt erscheint. Wer je diese stille Wohnung inmitten der Grossstadtbetreten hat, kennt den Zauber, mit der sie unser ganzes Wesen unmittelbar umfängt,uns wegführt von jeder Erinnerung des Draussen, mit einer unsäglich schönen Ruheund Reinheit erfüllt und unsre Gedanken hier mit Traum, hier mit Feier, dort mit Ernstder Arbeit durchdringt. Hier hatte Melchior Lechter seine Fähigkeiten im Dekorativenund Ornamentalen üben können: was nicht von seiner eignen Hand hergestellt ist, wiees die Glasgemälde, die Malereien der Wände und Decken sind oder die wunderbarenRahmen aus Holz und Messingstäben um Reproduktionen alter Meister, aus derendoppeltem Gold- und Farbgrunde Achat und Stahlpunzen unvergleichliche Stücke traum-hafter Umrankung geschaffen haben, das ist nach seinen Entwürfen angefertigt, wie dieeichenen Bücher-, Arbeits-, Wäsche- und Küchen-Schränke, die kräftigen mit Schnitze-reien geschmückten Sessel und die mit dunkelglasierten Fliesen ausgelegten Tische, diebronzenen Ampeln und Kronleuchter mit Glasmalereien und eingebranntem Email, dieschweren Vorhänge, Decken, Kissen, Matten — der ganze Hausrat trägt das Geprägeseines Wesens: den unerbittlichen Ernst seines Geistes und die schöne Wärme seinesHerzens. Der eine spricht aus dem strengen tektonischen Aufbau der Möbel, aus derherben, sachlichen Ornamentik aller Geräte, die andre aus den leuchtenden Wundern derFenster, der Glastüren, der Wände und aller farbigen Reichtümer, mit denen alle Dingenach dem Grade ihrer schmückenden oder nützenden Natur überworfen sind. Diese ein-heitliche Gestaltungskraft im Tektonischen und Malerischen, in der Ornament- und Kör-perbildung hat im Pallenberg-Saal ein Raumwerk von einer Schönheit geschaffen, vor derdas nachhinkende Zeit-Alter wie stets vor grossen Werken in verständnislosem Bemühensteht, während sich die Jugend der Zeit aus ihr Erhebung und freudige Begeisterung holt.
Die Längswände des rechteckigen Raumes sind durch je zwei Pfeiler zerlegt, welchedie flachgewölbte Decke tragen und, da sich die gegenüberliegenden oben durch breiteGurtbögen verknüpfen, die Decke und den ganzen Saal in drei Räume gliedern. Dieser