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Melchior Lechter
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MELCHIORLECHTERGEWAND-STUDIE FÜREIN GLAS-GEMÄLDE1907

Zeichnungen der Jahre 1891—92aus Tirol und dem Sarntal miteiner rücksichtslos vereinfachen-den Kraft die grosse Gebärdeder Gebirgswelt erfassen, balddas Unheimlich-Drohende derSchluchten oder die unbewegteRuhe der übereinandergefügtenGipfel, bald in den zerfetzten Kro-nen und geborstenen Stämmender Zirbelkiefern, deren Wurzelnsich eisern ins Geröll der Bergeklammern, die Erinnerung an dieWut der Wasserstürze und derStürme in kühnen Flächen undgross aufgefangenen Licht- undSchattenmassen festhalten, ge-ben uns die Federzeichnungennach einzelnen Blumen, Zweigen,Bäumen oder ganzen Gärten undLandschaften (vgl. Abb. S. 9, 33,zw. SS. 42 und 43) Bilder voneinem so staunenswerten Ein-dringen in das pflanzliche Wachs-tum, in das Gewirr von Blätternund Blüten, von einer so sicherenUmreissung jeder charakteristi-schen Form, dass unserem Augezuweilen die Möglichkeit fehlt, andiese Kleinarbeit der Hand zuglauben, die in ihrer minutiösenZierlichkeit zugleich so klar undsauber die Rose, die Hyazinthe,den Oleander, das ganze krauseLockengewirr des Gartenwald esoder die Türme von Siena wie-dergibt. Aber auch hier eint wiein den malerischen Studien eineeinheitliche Führung des Stiftesoder der Feder den Zug ins Gros-se und ins Kleine: nirgendwosehen wir ein Begnügen mit dem