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Ein schlechtes Gehör entstellt uns Rede/ Ton undSchall/ und so zeigt uns auch ein schlechter GeruchGeschmack und Gefühl niemals die Gegenstände ge«rade so/ wie sie sind.
Bey den Begriffen/ die wir durch andereMenschen erhalten/ sieht es ebenfalls oft sehr miß«lich aus; denn bald können/ bald wollen sie unsnicht richtig belehren; manche sind selbst der Täu-schung ausgesetzt, manche haben die wirkliche Ab-sicht uns zu hintergehen; das zeigt die tägliche Er-fahrung.
§. 17 .
Es ist also nicht genug, daß man blos dieRegeln aussucht, welche der menschliche Verstand insich für'die Form aller Begriffe, Urtheile und Schlüs-se enthält; sondern man muß diese Mgeln auch aufjene Erfahrungen im täglichen Leben anwenden, unddie Hindernisse zeigen, welche von aussen unsermrichtigen Denken entgegen stehen.
8 - 18 .
Jede Wissenschaft, in welcher man die allge-meinen Regeln der Vernunft auf unsere Erfahrunganwendet, heißt man eine angewandte oder Er-sahrungswissenschaft (soiemis emxiric» vonexxsrieoti».) Diejenige Wissenschaftaber, in welcher man ganz allein von den Regelnder Vernunft handelt, und die also von allen Er-fahrungen rein ist, heißt man eine reine Wis-senschaft.