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Der Kurfürst in Hückeswagen, oder: Das Maifest : ein Schauspiel in drei Abtheilungen
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Rettig. O! nur eine Kleinigkeit! Das gehtohne Kopfbrechen. Am besten aber gibt man den Wer-bern eine schriftliche Empfehlung ohne Namen; ich willdiese Ordre sogleich abfassen.

v. Möllheim. Ja, Ihn Er das, liebster Rettig.Er ist der erste Gerichtschreiber im ganzen belgischenLand, und ich werde ihm das zu erkennen wissen.(Gerichtsckreiber schreibend, v. Möllheim auf und abgehend).

Der naseweise hochmüthrge Knabe, so bürgerlich wieEiner, kein Tröpfchen adeliches Blut in den Adern,dazu arm wie eine Kirchenmaus, und doch sein Gelüstezu dem reichen adeligen Fräulein! Ei, der Bursche hateinen guten Geschmack, sag' ich. Nun freilich ist ersonst ein wackrer Mann, von braven Eltern, tugendhaftund rechtlich gesinnt. Aber was geht mich seine Recht-schaffenheit an? die ist mir oft genug lästig gewesen,und er steht mir jetzt.im Wege. Jeder ist sich selberder Nächste, drum fort mit ihm! Seine Tugend gehtmich nichts an, die kann er meinetwegen mitnehmen,wie ihm gefällig ist, aberiHelena soll er hier lassen.

Rettig. So, Herr Hofkammerrath! (lesend:)

Das hiesige Werberkommando hat den Ueber-bringer dieses Schreibet, als ein hiesigerGemeinde lästiges und schädliches Subjectfestzunehmen und unter das Militair zu ste-cken, so daß er hiesiger Nachbarschaft nichtmehr lästig wird. Aus kurfürstlichem gnädig-stem Befehl."