Klostermauer hinaus in all' den blauen Duft;ein unwiderstehliches Verlangen kam über mich,auch einmal hinein zu wandern in die schöne,weile, herrliche Welt. Aber schon der bloße Ge-danke an eine Trennung von den lieben Men-schen, welche diese Mauer umschloß, brachte balddiesen Wunsch zum Schweigen. Ich suchte dannein schattiges Plätzchen des Klostergartens auf,wo alte, hohe Bäume mir die lichte Ferne deckten,und alles war wieder gut.
Jetzt fliegt die einst ersehnte schone Welt anmir vorüber; aber ich sehe sie nur durch Thränen.Du wirst Wohl kaum lesen können, was ich schreibe,so rollen sie immer auf's Papier und verwischendie matten Bleistiftstriche noch ganz und gar.Aber ich muß meinem gepreßten Herzen Luftmachen.
Wie fühle ich mich allein, — wie mutter-seelen allein! . . . Und nun unter all' die frem-den Menschen, die ich früher nie gesehen. DerOnkel besuchte mich zwar vor Jahren, als er füreinige Monate von Indien nach Europa gekom-men war; aber ich weiß nicht mehr, wie er aus-sieht. Es ist wahr, er ist der Bruder meinesVaters; aber auch den kannte ich ja nicht. Vonder Tante, die noch dazu protestantisch ist, sah