als Retter aus der Noch gesandt, und als der wiedereingetretene Herr ihn nach seiner Meinung fragte, rief erentschlossen: „Ja, ich will auch Freimaurer werden!" Alser nun nach Freimaurer-Sitte in den Versammlungssaalder Maurer geführt worden war, da hörte er die Stimmedes Mannes wieder, der ihn zuerst bewillkommnet hatte.„Mein Herr," redete ihn derselbe an, „Sie sind durchein bewegtes Leben bereits gegangen, Sie haben in derSchule der Leiden den rohen Stein des Herzens bearbeitenlernen, Sie haben im Umgang mit Menschen sich als einWeiser gezeigt, Sie haben sich einen Geist errungen, derauf dem Wege ist, zur wahren Würde zu gelangen. MitFreuden öffnen wir heute Ihnen unfern Bund, in welchemSie unter unserem Schutze weiter am eignen Herzen undam Wohle d?r Menschheit bauen können. Im Umgängemit Gott, Innigkeit und Aufrichtigkeit, im Umgänge mitsich selbst, Selbstcrkenntniß und Wahrheit, im Umgänge mitder Welt, Reinheit und Liebe sich zu bewahren, das sindunsre Aufgaben; sie sind erhaben und ernst! Wollen Siean diesen Aufgaben weiter arbeiten mit uns?" DerSchulmeister bejahte es mit Entschiedenheit. „Nun denn,"fuhr der Sprecher fort, „so sollen Sie der Unsrigewerden." Die Aufnahme des neuen Bruders wurde nunvorgenommen und nach derselben ein einfaches Bruder-mahl gehalten. Der Neuaufgenommene vermochte nicht,seine Thränen zurück zu halten, als er so viel Herzlichkeitan diesem Abende erfuhr, wie ihm eigentlich Zeit seinesLebens nicht zu Theil geworden war, wenn auch hier undda einmal ein dankbarer Schüler ihn erfreut hatte. Alser Abschied nahm, erfuhr er die Namen seiner Brüder,und erstaunte nicht wenig, als er von dem Vorsitzenden
Druckschrift
Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
Seite
35
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten