1. Kapitel.
Die Beerdigung.
„Da sind wir!" „Gott sei Dank, daß wir da sind!"das waren die Worte zweier Männer, welche von ihrenSchultern einen Sarg herabnahmen, und ihn auf demFriedhofe des Dorfes Liebenau neben einem Grabe, welchesan einer Ecke fern von den übrigen Gräbern bereits sejnedunkle Pforte geöffnet hatte, niedersetzten. Die Nachtwar stürmisch; fort und fort rauschten die Trauerweidenan der Kirchhofsmauer, und hier und da wankte ein alteshölzernes Kreuz gespensterartig hin und her. Der Mondwarf nur zuweilen einige Blicke vom Himmel herunter,denn die sich jagenden Wolken verdeckten ihn immer wieder.„Na, bringt ihr ihn endlich?" antwortete jetzt der Todten-gräber, welcher mit Hacke und Spaten hinter dem Grabestand. „Er scheint euch schwer geworden zu sein, ihrseufzet ja recht." „Das könnten wir nicht gerade sagen,"erwiderten die Männer. „Aber," setzte der Eine hinzu,indem er fast mit der Stimme zitterte, „er hat uns mehrauf's Herz gedrückt als auf die Schulter." „Was wir er-lebt haben," fuhr der Andere fort und schlug ein Kreuzdabei, „das dürfen wir keiner Seele anvertrauen." „Ach,seid stille, ihr Hasenfüße," rief der Todtengräber lachend,„der gute Mann hat bei Lebzeiten Niemand etwas in denWeg gelegt, vielweniger wird er sich jetzt als Störenfried
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