256 Gründe, warum sich die alten Sachsen rc.
dunkelten Vorher war die Menge der Knechte groß unswer sich darunter nicht begeben wollte, gleichwol aber nichtzum Eigenthum eines erforderlichen Landerbes gelangenkonnte, mußte nothwendig auswandern und neue Gegen-den anbauen; ein Umstand, welcher die ersten Menschenimmer mehr nöchigte auseinander zu ziehen, und nach desSchöpfers Absichten den ganzen Erdkreis zu bevölkern.
Noch vor zwcyhundert Jahren, wie man kein; Neu-bauer aufnahm, war die Menge der Knechte * in West-phalcn sehr groß Ein begüterter Edelmann hakte dersel-ben insgemein einige hundert, welche ihre Freybeit nichtsuchten, und bey den ihrigen so hangen blieben. Seudemaber der Neubau überhand genommen und eine Menge vonNebenhäusern enrstanden, kauft sich jedes Kind, das nichtzum Hofe gelangt, frey, und setzt sich aufseine eigne Hand.' Vorher mußre einer, der eine zweyte Leibzucht bauete, sichverbinden, solche nach dem Absterben desjenigen, für wel-chen sie hatte gesetzt werden müssen, wieder niederzureissen;jetzt sind wir nicht so strenge, und die Bedürfnisse von Men-schen und Gelbe haben dem Staate so wie den menschlichenBegriffen eine ganz andere Wendung gegeben.
') In verschiedenen alten Rechnungen findet man daher noch eineRubrik von Extravagantenworunter man die Leibeignen ver-stand , welche nicht Hofgesessen waren. Jezt kennet man dieseRubrik nicht mehr.
XI.IH.