242 Schreiben eines tvestphäl Schulmeisters
unter den 200 Millionen Arpens lauter urbares, oder auchHeide- und Mohrland mit begriffen sey. Ueberdem traueich dir, lieber Fritz,
Erstens dieses, daß so viel gebauetes Land in Frank-reich sey, auf dein Wort noch nicht zu. Denn der Land-schatz in Frankreich beträgt mir, wie du wohl eher gesagthast, "5 Millionen Livres; und wenn ich den vierten Theildeiner 200 020-000 Arpens für die Geistlichkeit und dmAdel abrecbne, als welche zum Landschatze nichts bcytra-gen: so müßte jeder A>pcnt nur zu 4 Livre angeschlagenftyn, folglich in Frankreich von jeden fünfzig Quadrarru-then nur i ggl. an Schätzung jährlich bezahlet werden.Das glaube ich nicht. Denn du hast mir von einem fran-zösischen Pachter gesagt, der von 550 Arpens oder von1500 Scheffelsaat 1822 Livres im Londfchatzebezahlt hätte.
Fürs andre, machen sie in Frankreich ein Geschreyüber die 402 Millionen Livres, die jährlich aufzubringensind, als wenn Himmel und Erde vergehen soll. Dieswäre nicht möglich, wenn die Bevölkerung und der Acker-bau mit den westfälischen Landen in Vergleichung stünde.Denn in Verhältniß mit ibnen müßten wir 820-000 Livresoder 222-222 Tbaler jährlich aufzubringen haben; unddiese werden wir mehrentheils, mit Einschluß der Domai-nen aufbringen, ohne daß wir alle die Auflagen kennen, diein Frankreich ein eignes Wörterbuch erfordern, ohne einenPfennig von allem, was wir essen, trinken, rauchen,schnupfen und am Leibe tragen, zu bezahlen, ohne vonStempel- Accise- Licent- und Kopfgeld etwas zu wissen.
Fürs dritte, hast du mir gesagt, daß dein Herr sichLey einem Edelmann zu Brie aufgehalten hätte, der vonArpens, oder i;oo hiesigen Scheffelsaat, des be-sten Landes jährlich 4822 Livers oder 1220 Rthlr. anPachtgelds erhalten hätte. Daneben hätte der Pächter
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