240 Schreiben eines westphas. Schulmeisters,
Gedachter, mein Sohn, der mit einem Herrn aus umserm Lande nur als Bedienter gereiset ist, aber doch auf allesgme Acht gegeben hat, errählete mir, daß lue Franzosen,diese volkreiche Nation, ihr Land auf Sooo geographischeQuadratmeilen rechneten, und daß auf diesem großen Bo-den zur Zeit Ludewigs XtV. Zwanzig; Nachworts unter derMinderjährigkeit Ludewig des XV. achtzehn, und im Jahr1764 sechzehn Millionen gezählet und gerechnet worden.Gut, dachte ich, nun wollen wir bald sehen, wer der bestesey. Unser Seift halt nach der von dem Herrn Obristlicu!tenant von dem Bussche verfertigten Charte 28 Quadrat-Meilen und folglich beträgt unser Land den g «zoten Lheil vonFrankreich. Wie viel Einwohner müßten wir also haben,wenn unser Land eben so volkreich als Frankreich seyn solle?Die Antwort war leicht, höchstens zcoov. Wie viel ha-ben wir aber würklich? An gezählten Köpfen, hundert sech-zehntausend sechshundert vier und sechzig *).
Das ist nicht möglich, sagte mein Sohin in Frank-reich sind so viele Hauptstädte, so viele Seehäfen, undallein über achtmal hundert tausend Bediente; denket nureinmal'an 12020 Equipagen in Paris . . . Daö kannalles wohl seyn, war meine Antwort; und ich freue mich,daß wir nicht den gasten Thcil von Bedienten und Gut-schen haben. Allein cs ist klar, daß unser Land mehr alsdoppelt so stark bevölkert sey als Frankreich; und allerih'er Hauptstädte und Seehäfen ungeachtet, den Vorzugbehalte. Doch wir wollen der Sache näher treten. Wieviel Feuerstätten haben die Franzosen im Lande?
Man rechnete sie ehedem, sagte er, auf vier Millionen.Andre sagen nur von Millionen, oder Z7iz56z. Noch
andre
') Die Zahlung geschähe erst bey der Lheurung im Jahr 1772.und wurden damals >9684. Wohnungen gezahlt; mithin kom-men aus jedes Haus über; Menschen.