Schutzrede der Packenträger. 229
ist gewiß. Sie können euch auch so arm machen, daßihr nichts von uns kaufen könnt. Allein dasjenige, wasihr darinnen habt, wird nie nach Verordnung, sondern alle-zeit nach euerm freyen Willen gebraucht werden. Dasglaubt m r gewiß: wir kriegen Jahr aus Jahr ein vieleMenschen und viele Städte zu sehen, wir kennen sie, undder große Mogul selbst wird dieses nicht ändern.
Was ihr übrigens davon sagt, daß sich unter nnSPackenträgern viele Diebe und Spitzbuben fänden, istein falscher Gedanke. Habt ihr je gehöret, daß einMausefallen- oder Barvmeterkramer zu einer Diebesban-de gehöret habe? Und warum dieses nicht? Sind dieJtaliäner weniger diebisch als die Deutschen? Nein. DieUrsache ist, daß ein einzelner Mensch, der weder Freundenoch Verwandte hat, sich in einem fremden Lande dop-pelt in Acht nehmen muß. Kein Franzose wird daherleicht in Deutschland, und kein Deutscher in Frankreich steh-len. .Ist diese Ursache wahr: so werdet ihr auch bekennenmüssen, daß wir Packenträger nach einer ganz richtigenPolitik minder diebisch sind, als andre Menschen. Dem-jenigen unter uns, der sich damit abgäbe, würde es ge-wiß an aller Fürsprache mangeln. Seinen Packen be-hielte man erst, und ihn futterte man gewiß so lange inKetten, bis man es müde würde.
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