2LL Klage wider die Packenträqer.
warum diese Strenge? Sicher aus der Ursache, damit derrandmann nicht täglich gereizt, versucht, verführt und be-trogen werden solle. Sie bauetcn aus die practifche Regel:
Was man nicht stehet, das verführt einen auch nicht.
Der Packenträger ist ein wichtiger Mann für so.che Fa-briken , denen cS an einem großen Verleger mangelt Daer zu Fuße geht; sein Essen von der guten Mutter die sichetwas von seiner Waare, aufschwatzen läßt, in Kauf erhält,und des Nachls bey frommen Leuten zu Gaste schläft: soverzehrt er nichts, nimmt auch mit einem "kleinen Gewinnstvorlieb, und dient den Fabrttcn, welche keinen Haber fürPferde abwerfen, statt des Packesels. D'e BielefeldisihenLinnenhandler würden ohne solche Packenträger längst denwichtigsten Theil ihres Handels verlohren haben. So großaber diese Wohllh-ll ist; so lange sie uns mit nützlichen undunentbehrlichen Dingen versorgen; so sehr gereicht es zu un-fern, und der einheimischen Manufatturen Nachtheil, wenndurch den wohlfeilen Preis reitzender Kleinigkeiten, und so-fort durch den geringsten Dortheil, welchen eine fremdeManufaktur über die einheimische giebt, das baare Geldaus dem Lande und dessen kleinsten Quellen gezogen, undder einheimische Fleiß gcstürzet wird.
Von Markt zu Markt mag er reifen; das isi nvthwens ^dig, um die einheimischen Krämer und Fabrikanten vomübertheuren abzuhallen Auf den Märkten ist er auch sogefährlich nicht, weil der Mann seine Frau dabin beglei-tet; und wenn sie dort etwas kauft, feinen unmaßgeblichenRath dazu ertheilet. Allein ausser dieser Zeit, und vonHütte zu Hütte solle er nicht geduldet werden. Vordem,da aber Handel in den Städten war, mußte sich ein solcherPackenträger nothwendig an diese wenden; und hier erhielter nach vorgängigcr Untersuchung der Frage, ob seine
Waare