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1 (1778) Patriotische Phantasien
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220 Klage wider die Packentrager.

in einer Grube mit Eichenlaub gefärbt; und die Webemagtzihm ein buntes Zeug zum Wamms daraus gemacht, zurBelohnung, daß er ihr Flachs in die Rothe s) und wiederheraus gebracht hatte. Sie wußten mit einander nichtsvon fremdem Putze; und bewunderten den Staat de> FrauPastorin als etwas Fürstliches, ohne sich den Wunsch bey,fallen zu lassen, so etwas nachahmen zu dürfen.

Wer hat aber diese guten Sitten verderbt? Gewiß nie-maud mehr als der Packenträger, der mit seinen Galanterie-waaren nicht auf den Heerstrassen, sondern auf allen Bauer-Wege» wandelt, die kleinesten Hütten besucht, mit seinemGeschwätz Mutter und Tochter horchend macht, ihnen vor-lügt, was diese und jene Nachbarin bereits gekauft; ihnenden Staat, welchen diese am nächsten Christfeste damit ma-chen werde, mit verführerischen Farben mahlt; der entzück-ten Tochter ein Stück Zitz auf die Schulter hängt, ihr einesanfte Rothe über ihren künftigen Staat ablockt, und dergefälligen Mutter selbst eine neue Spitze aufschwatzt, damitsie sich vor ihrer Tochter im zitzenen Camisole, beym näch-sten Kirchgänge nicht schämen dürfe. Dem Knechte gefallendie schönen seidenen Halstücher, die großen silbernen Schnal-len, der hübsch beschlagene Pfeifenkopf; und andre entbehr-liche Kleinigkeiten, welche ihm die Wirthin aus Höflichkeitgegen den Packenträger anpreiset; und dieser, der gern eineZeitlang borget, wenn er nur die Hälfte, als den wahrenWerth, bezahlt erhält, geht freudig writer, um eine andreFrau Nachbarin zur Nachfolge zu ermuntern. Er hat vonallem was sich für jeden Stand paßt, und weis einer jedengerade das anzupreisen, was sich am besten für sie schickt.Das Vermögen aller Familien ist ihm bekannt; er weis

wie

») Man schreibt iezt vielfältig: Rotten Allein das französi-sche rouir und rouills^ lehret, daß es beym alten Röthenverbleiben müsse.