172 Trostgründe bey dem Mangel des Geldes.
Ehe du kamst, entschieden Klugheit und Stärke diesewahren Vorzüge der Thiere und Mensche» das Schicksal derVölker Die Krämer herrschten nicht mit ihrem Gelde überdie Tapfersten z und der Zugang zu den geheimsten Staats-räthen konnte für eine Tonne Pöckelflcisch nicht so leise alSfür eine Tonne Goldes in Wechseln rröfnet werden.
Glückselige Zeiten! denen wir uns nunmehr wieder nä-hern können, da die mächtige Zauberin zusehends verschwin-det. Wie mäßig, wie ruhig, wie sicher werden wir leben,wenn wir ohne Geld alles mit Kor» wieder bezahlen können;wenn der Steuereinnehmer, der Gutsherr, der Richter undder Gläubiger nicht mehr nehmen mögen, als sie mit Ge-walt verzehren, und vor Würmern bewahren können.' wennder Bettler mit seinem täglichen Brodte zufrieden seyu muß,und keine Pfänder mehr verkaufet werden können!
Bedaurct demnach, edle Mitbürger, den Mangel desGeldes nicht. Bemühet euch vielmehr, den Rest dieses Uebelsvollends los zu werden! Werft eure Reichthümer ins Meeroder schickt sie den bösen Rarionen zur Strafe zu, die euchmit Wein, Caffee und neuen Moden versorgen. Hungertdie Einwohner der Städte, die ohne Ackerbau, blos voneurer Thorhcit leben, völlig aus, und zwingt sie, euch beyeurer Mäßigkeit zu lasten. Ihr braucht alödrnn nichts wieMausefallen, um euch für die gefährlichste Art von Fein-den und Dieben sicher zu siellem
Johann Jacob . . .
N. S.
Ich hoffe, meine geneigten Leser, werden dem Sophistenzu gefalle», wenn sie auch dessen Gründe nicht beantwortenkönnen, keinen Kreuzer wegwerfen Ich wünsche aberauch, daß sie die Deklamatjones der Frcygeister unsrer Zei-ten gegen die Grundwahrheiten der Religion und Moralmit einer gleichen Würkung . lesen mögen.
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