68 Klagen eines Meyers
IX.
Klagen eines Meyers über den Putz
seiner Frau.
mein Herr, Sie selten uns arme Männer klagen lastscn! hier im Kirchspiel, wo ich wohne, tragen unsreehelichen Wirthinnen zwar noch keinen Merlin oder Andul-läge; und verlangen auch noch nicht, daß unsre Köpfe nachihren goldnen Uhren gerichtet seyn sollen Nein, sie sindmit der Zeit zufrieden, wie sie der Küster eintheilt; ob wirgleich nichts davon hören und uns nach unfern Magen rich,tm müssen. Allein sehen Sie nur einmal folgende Rechnungvon einem einzigen Sonntagsputze an, welchen meine seligeFrau getragen, und mein gnädiger Gutsherr nun zum Sterb-fall gezogen hat, und den ich jetzt an einen Kaufmann nochbezahlen muß, wenn ich nicht will, daß meine selige Frau michin der Ruhe mit meiner zukünftigen stören soll. Hier ist sie:
1) Für eine sammtne Obermütze mit goldnen
Blumen gestickt » - - 5 Thlr.
2) Für Gold darauf - - - 4 -
z) Für 2 §ll Spitzen zur Untermütze»5 Thlr. io -
4) Für eine Halsschnur von silbernen Perlen
mit drey goldnen Schlössern und einer gold-nen Schleife - - - ;o -
5) Für 2 Ellen Spitzen zur Tour de Gorge io -
6) Für i; Elle Cammertuch zum Halstuch z -
7) Für 6 Ellen Spitzen darum - zo -
8) Für 14 Elle bunten Cammertuch zu Man-schetten ----- z -
y) Für