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1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
Seite
170
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Leopold von Schoenebeck wird als kurkölnischer Landeshaupt-mann in Altwied und als Herr zu Düsternau, Stein, Plag undHuenthsberg bezeichnet. Er hatte mit dem Kloster Ehrenstein um dasJahr 1722 einen Prozeß über eine Waldgerechtsame, welcher vor derGräflich Kirchberg-Sayn-Hachenburg'schen Kanzlei in Hachenburg aus-getragen wurde. Die Prozeßakten befinden sich im Archiv desFürsten zu Wied.

Leopold mußte sein Leben unter Mörderhand lassen. Er wurdeam 11. 7. 1756 von einem Peter Ehrenberg in der Nähe von Düster-nau erschlagen. Grund und Veranlassung zu dieser Tat sind unsunbekannt. Sie ist um so weniger zu verstehen, als Leopold sonst ingutem Ansehen gestanden zu haben scheint, wie dies aus dem Zusatzin seiner Todesurkunde im Kirchenbuch zu Peterslahr hervorgeht, woes heißt:vir nunguum sst lauüunclus." Er ist in Peterslahr be-erdigt worden. Seine 21 Jahre vorher verstorbene Ehefrau AnnaKatharina, geb. Hertmanni, ist in der Klosterkirche zu Ehrenstein bei-gesetzt.

Die 5 Kinder des Ehepaares und deren Nachkommen werden imZusammenhang mit dem Stammbaum von Schoenebeck weiter be-handelt werden. (Siehe Seite 228.)

Johann Bernhard Hertmanni. In seiner Todesurkundevon St. Maria ack Indulgentias in Köln heißt es, daß er 78 Jahrealt gestorben sei. Darnach ist er 1687 wahrscheinlich auch in Auen-heim geboren. Gestorben ist er am 8. 4. 1765 zu Köln.

Er war mit der 14 Jahre älteren Anna Maria Honrathaus Essen in kinderloser Ehe verheiratet. Die Familie Honrath wareine angesehene Familie in Essen. Der Vater Wolfgang mit AnnaElisabeth Eisden verheiratet, war von 16731701 ununterbrochenMitglied des Rates der freien Reichsstadt Essen. Er war katholisch,während der Rat sich sonst fast nur aus Evangelischen zusammensetzte.Sein Haus stand an der Ecke der Kettwiger Straße und der 1. Del-brügge, wo jetzt die Darmstädter Bank ist. Er muß wohlhabendgewesen sein, denn er konnte der Stadt im Jahre 1688 50 Rthlr.leihen. Seine Weinaccise (der böse Pfennig genannt) läßt erkennen,daß er einen wohlgefüllten Weinkeller hatte. Gelegentlich bezog erWein durch Vermittlung der Jesuiten. 1703 wird er zuletzt erwähnt.1711 sind seine Erben noch im Besitz des Hauses.

Als dessen Tochter wurde Anna Maria am 6. 3. 1673 in derKirche St. Johann Baptist am Burgplatz getauft. Paten waren AnnaErnestine Gräfin von Salm-Reifferscheid, ferner Maria ElisabethAgnes von Sevenar und Wilhelm Christoph von Dobbe, Marschallder Fürstäbtissin von Essen. 1675 bekam sie einen Bruder Friedrichund 1678 einen Bruder Johannes Wilhelm Honrath. Anna Mariahat mit ihrem Mann in Köln in der Stolkgassean St. Ursula" ge-wohnt und ist dort am 4. 2. 1739 gestorben.