Druckschrift 
1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
Seite
88
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1649 28. llanuarii bapti^atu8 est lloe8 Lu8paru8, kilius Ooctoris äol8dliabaelm Herman8, scabini -^Iti juäiaü Lolonien8i8 et ^.nvae Ulancken-berZ coiüuZum.

?atrinu8: 0Iari88lmu8 Oominu8 Ls8paru8 UlancüenbsrZ 8cabinu8 ^.ltijuäiaii.

Ustrina: brave Xstbarina UmmsrmLnn. (K. Kb. 188, 101.)

In dieser Urkunde trägt der Vater noch nicht die hohen Titel, er ist Schöffedes hohen Gerichts in Köln. Der Pate ist der Bruder der Taufmutter AnnaBlanckenberg (Siehe S. 38), und die Patin ist die Tante des Taufvaters, dieFrau des Johann Hermans72.

Im Jahre 1672 finden wir seinen Namen unter dem 14. Januar einge-tragen in die Matrikel (d. h. in das Studentenverzeichnis) der UniversitätDuisburg: llobanne8Ls5pLru8HertmannlLo1onien8i8. Diese Universität warwenige Jahre zuvor, 1655, durch den brandenburgischen Kurfürsten FriedrichWilhelm gegründet worden. Es war zwar eine ungünstige Zeit, die Zeitunmittelbar nach dem Dreißigjährigen Kriege. Aber der Kurfürst wolltegegenüber den Iesuitenschulen in Emmerich und Düsseldorf in der Westmarkseines Landes eine mehr evangelisch gesinnte Bildungsanstalt schaffen?)Daher kam es, daß Duisburg allgemein als evangelische Universität galt.Aber nach ihren Satzungen konnten auch katholische Studenten dort studieren.So finden wir auch 3 Hertmannis in der Duisburger Matrikel eingetragen:1672 Johann Caspar 7007, 1696 Friedrich Christian 7S64,1733 Johann Max Joseph 7022, d. h. also Großvater, Vater und Sohn.

Johann Caspar muß aber ganz kurz nach jenem 14. Januar von Duisburgwieder weggegangen sein vielleicht hat er dort nur seinen Doktor gemacht,denn am 25. Februar desselben Jahres feiert er schon Hochzeit und zwar alspraskectu8 8Ltrupius krüZgen, d. h. also als wohlbestallter Vogt von Brüggen.Er hat also, eben erst 23 Jahre alt, sein Amt angetreten. Wir sehen hier diewohlwollende Hand des Pfalzneuburger Kurfürsten, der eingedenk der Ver-dienste ihres Vaters, der Söhne seines früheren Geheimrats Johann Michaelsich besonders angenommen. Während der älteste Sohn Bernhard die Stelleseines Vaters erhielt, bekamen andere Söhne außerhalb Kölns im Bereich desihm gehörigen Herzogtums Jülich angesehene Posten. Johann Caspar wrr^epruekectu8 8Ltrupiue in Brüggen bei Kempen. Satrapia war der Verwaltungs-bezirk des obersten Verwaltungs- und Militärbeamten, den wir vielleicht inetwa mit dem heutigen Landrat vergleichen dürfen. Derselbe führte auch inKriegszeiten das zu stellende Contingent Soldaten. In dieser Satrapia warer Praefectus, d. h. Vogt zu Brüggen. Der Vogt war der erste Gerichts-beamte, der bei den Schöffengerichten den Landesherrn, hier also den Pfalz-neuburgischen Kurfürsten, zu vertreten hatte.

In einer Taufurkunde vom 27. 4. 1675 (bei der Taufe der Anna ReginaFabri92) wird Johann Caspar genanntaatrapa in Drücken äs8 ampwDrucken"?) Dülken gehörte zusammen mit Süchteln und Brüggen zu derSatrapie Brüggen. Aus obiger Notiz erfahren wir aber, daß er die erste Zeit

'1 Die Universität Duisburg verlor im 18. Jahrhundert sehr an Bedeutungund wurde 1818 geschlossen Ihre Nachfolgerin war Bonn.

2) Kölner Kirchenbücher St. Maria Zrsäu8142, 10.