Illustration 
Der Teufel-Tanz
Entstehung
[1830?]
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Der Tanz :,"c ein Kreis dessen Mittelpunkt der Teufel ist, und dessen Umgebung seine umstehenden Engel sind.

Diese Besch^H»ung ist von hem gotte-gelehrten MKKUlvM (LM6M8, ans dem Orden des heiligen welcher lebte lm Jahn >bbo. sie ist approbire worden

uo ö?sn dem H. in feiner Abhandlung wider die Tänzereien. Sehe Oont. ^ourvel^ über die zehn Gebote.

w Svon-tzvst

lour, 6. kol. ZeA eält. karis. 1746.

Er klä r «iH vH BtLder we^ Kreise sind.

r. Inder Mitte istLuciftr, der sei-ne mLeabgefalleaeu Engel aufmuntertum mit ihm die Jugend zu den Tanzgesell-schaften zu reihen. Sein Herz springt vorFreude da er feine gute Beute fleht. Jaseiner linken Klaue hat er die Schlan-ge . welche d* Eva betrogen hat und dieauch itzt r ch ihr Gift auswirft umvorzüglich 4 : Jugend zu betrügen. Inferner rech» Klaue hat er einen Hakenum die S^.n an sich zu ziehe«.

2. St«rundzwanzig Teufel tanzenfröhlich Mum, und machen gleichfalsein Netz damit keiner Hinauskommenkann, dadurch kommt es denn auch,daß die Jugend so schwerlich das Tan-zen verlaßt, wenn sie einmal mit demNetze umschlungen ist.

3 . Oben Lucifer, unten, und an seinerrechten Klaue sind drei Paare närrischeund gefangne Tänzer.

4. An seiner linken Klaue sitzen dieverführenden Spieler als seine vornehm-sten Mithelfer und Günstlingen.

b. Oben diesen sieht ein Trinker, dervom Tanzen erhitzt durch den Trunck sicherkühlt und seine Sinnen betäubt,b. Vor ihm steht einer, der seine Schuld

b^zablt für'S Trinken rrnd Tänzen.

Wr« den Spielern sitzt eine Toch-ter welche dem Tanze zuschauet und de-ren Herz verlangt wieder zun; Tanzengefragt zu werden. -

8. Der Wirth inzwischen einzig be-sorgt um seine Tasche zu füüen, sucht nurimmer zu schenken. Er dienet einem jeden,und macht sich von allem mitschuldig.

Erklärung der Bilder

welcheauffer demKreise sind.

r. Ein frommer Mannbeeet mit ausgrfirrckten Ar-men vor dem Krucisix, da-mit der Herr durch feinenbiltern Tod und durch feinkostbares Blut der leicht-sinnigen Jugend einen hei«ligen Abscheu wider dasTanzen einsiößen möge undchnen verzeihen weil sie nichtwisse» was sie thun.

2. An der andern Seitesitze eine fromme Tochterund betet zum nämlichenZiele anrufend die Fürspracheder seligsten Jungfrau Maria.

3 . Von unten steht einweinender Vater der zu spätbeklagt daß sein Sohn durchdas Tanzen ein Schlemmergeworden ist und daß seineTochter ihre Ehre Mh>rkL,hat.-

4. An der andern Seitestehe eine Mutter, die amRosenkränze betet , damitihre Kinder sich bessern unddie Tanzschule für immerverlassen möchten, denn siewollen von ihr keine Be-fehle mehr annehmrn.

Hier folgt nun noch ein Brief der über das Tanzen von dem Freunde ^ an den Freund L. vor kurzem geschrieben

wurde, und der von Eltern und Kindern verdienet siebenmal gelesen zu werben.

Mit der armen Karoline eilrs schnell zum Ende.Es war ein erbarmungswürdiger Anblick, wie in ihrdie Liebe zum Leben mit der Furcht vor dem Toderang, da ihr der Arzt ankündkgte, baß keine Hoff,nung zu ihrem .Wiederaufkommen mehr vorhandenfey. Sie seufzte, Lud weinre so bitterlich. daß alleUmstehende fast in Thranen zerstoßen. Jetzt scheint siedurch die Trostgründe der Religion, welche der Seel-sorger des Orts ihr einflößre, beruhigter zu seyn; dochmerkte ich mrhrmahls, wenn ich in der Ferne stund,und sie sich allein zu seyn glaubte, wie sie mit gerun-genen Händen und dem sehnsuchtsvollsten Auge. denHimmel um Fristung yres Lebens flehte. Aber es istaus mit ihr; und si an, dieß selbst zu emp-

finden. Man kan . ihre Klagen über die soleichtsinnig verscherz ndheit nicht ohne die mit-leidigste Theilnehmm, ' iren. Ihre Mutter hatdurch unüberlegte Na v-ele Schuld an diesem

ester Freund!

frühen Todesfälle ihrer Tochter; desto untröstlicheraber ist selbe auch jetzt r sie heult und jammert im-merfort. Diesen Morgen rief sie aus r Das gott-lose , verwünschte Tanzen bringe mich um meineTochter! Wie theuer muß ich das eitle Lob büßen,welches mich kitzelte, wenn man mir sagte, meineTochter fey die beste Tänzerin» im ganzen Ort«. AchKaroline, hätte ich dich doch nie zum Tanze gelassen.Karoline antwortete r es ist traurig genug, daß ichmich so wenig massigen konnte! Ach liebe Mutter,sagen Sie es doch meinen Gespielinnen, und jedemMädchen, welches sie kenne, daß ich sie in diesemjammervollen Zustande, auf dem Todbette, amRande des Grabes bitten und beschwören lassen, sie ^möchten sich doch vor dem Tanzen in acht nehmen, Hnicht so wild auf Gesundheit und Leben losstüruren,nicht, wie Rasende, dem Grabe zuspringen. Omöchten doch alle junge Leute meine traurige Ge-

schichte hören, und Klugheit daraus lernen! Ich Un-Uglückliche pocht« auf meine jugendliche Kräfte. dachte Mnur an den gegenwärtigen Augenblick des eingebilde-Aten Vergnügens, und gab auf keine Warnung Acht, Abis es zu spat war. Es ist unsinnig, daß wir in Ahem Frühlinge unser- Alters meisten- nur auf solche TFreuden sinnen, welche wir mit demThemrsten. was Kwir haben, mit der Gesundheit und mit dem Leben Nbezahlen müssen! " N

Dieß waren, schreibt der Freund, beynahe)die letzten Worte der armen Caroline, und nicht lange)darnach verschied dieses neue Schlachtopfer -er unfeli- ^gm Tanzwuth. N

Jünglinge und Mädchen überdenket und beherzi- ?get das Gelesene wohl, damit auch ihr es nicht zu Uspat bereuet. W

Nach der Hopie von Turuhom, aus der Fabrick und Buchdruckerey von P. I. Brepols.

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