wie es von jenen Krautern, Machern und Fälschern mit ihrem Tamtamund Geklingel um seine Baukunst und seine künstlerische Bildung be-trogen werden soll.
Worin besteht nun diese niederrheinische Mundart deutscher Sprachein der Baukunst? Besteht sie etwa in der Nachahmung, in dem Ausbaudesjenigen, was wir heute in den Städten sehen?
Nein, und tausendmal nein!
Das sind keine Schöpfungen heimischer Art, das sind Mißgeburtenselbstsüchtigen Unternehmergeistes und alberner Ausländerei! Man sehesich nur in den Städten um: Wo sind die Formen mit den großenausdrucksvollen Zügen, den zarten, gemütreichen Einzelheiten, wo dieFreude an den derben schönen Farben, die unsere Art kennzeichnen?Wo sind die breiten freundlichen Eingänge, die wie geöffnete Armenns empfangen? Wo die sonnigen schmucken Dielen mit dem sauberenKlinkerpflaster, den natureichenen Thüreu mit schwarzen Beschlägen,dem mit blankem Messing beschlagenen Lederzeug, mit den gewölbten,sauber in Kalkfarben gemalten Decken? Wo die bequemen Wendel-treppen? Wo die gemütlich-niedrigen Zimmer mit den lichtvollen ge-lauteten Fenstern, den blank gescheuerten Brettern, den lauschigenLaibungen, Erkern und Winkeln? Wo die luftigen gekälkten Schlaf-kammern mit der langen Reihe Gaubenfenstern? Ja! Wo ist dasbreite ehrliche Gesicht des Hauses, aus dem die Rauten wie tausendfreundliche Augen blinzeln durch grüne Laden geschützt, die weißeStirn und die apfelblütenroten Backen? Und das hohe, hellrote grün-bemooste Schleppdach, alles beschützend, wetterwärts aufs Haupt gedrückt?Wo ist sie geblieben, diese unsere Art? Sie ist einer Räuberfippe unddem Protzentum zum Opfer gefallen! Schaut sie euch nur an, dieMachwerke dieser Sippe:
Die finstern, schachtartigen Eingänge, die dunklen Hühnerleiter-artigenStiegen, die „durcheinandergehenden" kastenartigen Zimmer, vorne zwei,dahinter eins, und ganz hinten nochmal zwei, dazwischen stolpert manüber finstre Stufen; die niedrigen, schmalen, mit Lumpen behangenenLichtlöcher, die mit Farbe schwarz beschmierten Fußböden, die mitbeklextem Papier beklebten Wände, die mit faustdickem Gipsbackwerkbepackten Decken, die Malerei vorstellenden kränklichen Schwänzchen
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