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Der Gesang : Gedicht
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Der Gesang.

Gedicht von E. Henoumont, Componiert von W. Möllhausen.

CHOR.

Wenn eines der Zwillinge Freud’ und Leid,

Im Menschen hat Einkehr gehalten,

Das Herz schliesst dann auf sich dem Weltall weit,Getrieben von höher’n Gewalten.

Es nimmt in sich auf jede gleiche Regung,

Lässt dann sie entquillen wie Wellenbewegung,

Vom leisen Geriesel in wachsendem Gang

Bis zur Hochfluth und donnerndem Wogendrang.

SOPRAN-SOLO.

Das ist der Gesang.

— Ein HimmelssprosseIst er hienieden,

Uns Menschen beschiedenAls Lebensgenosse. —

Die Sterne scheinen,

Schon naht sich der Morgen.

An der Wiege des Kleinen,

Das Herz voller Sorgen,

Die Mutter noch wacht.

Der Schlummer, — ach! — fliehetDie Aeuglein, die süssen,

Wie sie sich auch mühet,

Er will sie nicht schliessen;

Und lang ist die Nacht.

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