^ie Sprache, subjectiv betrachtet (das ist, in Hinsicht aufdas sprechende Individuum), ist die Fähigkeit, seine Vorstel-lungen, Begriffe und Empfindungen Andern mitzutheilen.—Objectiv genommen, ist sie der Inbegriff von Dezecchnungsmit-teln für Vorstellungen, Ideen und Empfindungen.
tz. 2.
Allgemeine Sprachlehre
ist die philosophische Darstellung der allgemeinen Gesetze undder wesentlichen Formen der Menschensprache überhaupt, mitAbstrahirung von den Eigenheiten der wirklich existirenden ein-zelnen Sprachen. Sie entwickelt eben so die ursprünglichen undim geistigen Wesen gesetzmäßig begründeten Sprachformen,wie die Logik die Denkformen bestimmt.
§. 5 .
DasGebieth der allgemeinen Sprachlehre
sind demnach die allgemeinen grammatischen Formen, das ist,dieRedetheile und ihre Verbindung zu Sätzen undS a tz r eihe n.
Die Redetheile sind der Sprache überhaupt so wesent-lich, daß keine vollkommene Sprache ohne sie bestehen kann.Redetheile heißen sie, weil sie die verschiedenen Begriffein einem Redesatze ausdrücken.
Die eigentliche Sprache tritt erst mit dem logischen Satzeein, welcher, als die einfachste Äußerung des urtheilendenVerstandes, die drey wesentlichsten Begriffe, folglich auch die
Philosoph. Abthoil, I. Band. H