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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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dsn Werken anderer Autoren, gesammelt erhalten, sind zurErleichterung der Auslegung, nach dem Contexte und durchVergleichung ähnlicher Stellen, sehr geeignet. Nie darf derAusleger den Sinn aus abgerissenen Sätzen, ohne Rücksichtauf den Zusammenhang, ohne Vergleichung mit ähnlichenStellen, nie aus solchen Sätzen erklären, in welchen derVerfasser sich nur flüchtig, gleichsam nur nebenbey über dieSache ausspricht. Überhaupt muß derHermeneutiker es sich zurunerläßlichen Pflicht machen, nicht ohne vorausgegangene ge-naue Untersuchung, den Schriftsteller des Widerspruches odereiner absoluten Unverständlichkeit zu beschuldigen.

Nebst der gründlichen Kennrniß der Sprache, in welcherdas auszulegende Werk geschrieben ist, bedarf der Auslegerauch einer Kenntniß der Wissenschaft, der Kunst, des Gewer-bes, überhaupt der Gegenstände, von welchen das Werk han-delt , und aller ihrer Kunstausdrücke. Eben so dürfen demselbendie Sitten, Gebräuche, Religions- und Staatsverfaffung desVolkes, zu dem der Schriftsteller gehörte, und eben so wenigdessen Styl, die Eigenheiten in Wendungen und im Ausdruck,die Haupt-.und Nebenzwecke einer Schrift fremd seyn. Auchwird es für ihn sehr vortheilhaft seyn, wenn er den Charakterdes Schriftstellers durch fleißiges Studium seiner Werke, durchBenützung biographischer Notizen und einzelner Äußerungen,die in den Werken gleichzeitiger Schriftsteller über ihn Vorkom-men, genau kennen zu lernen sucht.

§- > 9 -

L e c t ü r e.

Um mit Nutzen zu lesen, bedarf man einer Anleitung,die uns mit den Schriften, welche wir lesen, und mit derArt und Weise, wie wir lesen sollen, bekannt macht. EinigeBücherkenntniß in den vorzüglichsten Fächern des menschlichenWissens, und eine Kenntniß aller guten Werke, die über dasFach, welchem mir uns widmen, erschienen sind, ist daher vorallem nothwendig. Man lese die besten Schriften, beschränkePhilosoph. Abthoil. l. Bans. G