Einleitung
§. i.
Gegenstand und Umfang der Philosophie.
^^er Gegenstand der Philosophie ist groß, wichtig und viel-umfassend, nähmlich der Mensch mit allen seinen Anlagenund Kräften, nach seinen vorzüglichsten Verhältnissen zu Gottund der Welt.
Die Philosophie betrachtet daher den Menschen in drey-facher Hinsicht:
1. Als rein-geistiges Wesen, das ist, nach den ihmeigenen drey Hauptvermogen: dem Vorstell ungs-, Ge-fühls- und B eg e h r u n g s v er m og en.
(Unter Vorstellungsvermögen versteht mandie Fähigkeit, Vorstellungen hervor zu bringen. DasGefühlsvermögen ist die Fähigkeit des Be-wußtseyns unseres sedesmahligen einzelnen und be-sonderen Zustandes. Das B e ge h r u n g sv e r-mogen veranlaßt uns, die Gegenstände unsererVorstellungen und Gefühle durch freyes Handeln zurealisircn.)
2 . Als sinnlich-geistiges Wesen, das ist, als einaus der engsten Verbindung von Geist und Körper bestehendesWesen, nach seinen verschiedenen Zuständen in der wirk-lichen Welt und im Kreise der Erfahrung.
3. Als Wesen, das mit andern Wesen seiner Art in Ver-bindung steht, das ist, mit ihnen in häuslicher und bürgerlicherGesellschaft, oder im Staate, lebt.