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Freud und die Zukunft : [Vortrag gehalten in Wien am 8. Mai 1936 zur Feier von Sigmund Freuds 80. Geburtstag]
Entstehung
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erst über ihn den zweiten von modestia, moderatioangenommen hat. Bescheidenheit aus Bescheid wissen-nehmen wir an, daß das die Grundstimmung der heiterernüchterten Friedenswelt sein wird, die mit herbei-zuführen die Wissenschaft vom Unbewußten berufensein mag.

Die Mischung, die in ihr das Pionierhafte mit demÄrztlichen eingeht, rechtfertigt solche Hoffnungen.Freud hat seine Traumlehre einmalein Stück wissen-schaftlichen Neulandes genannt,dem Volksglaubenund der Mystik abgewonnen. In diesemabgewon-nen liegt der kolonisatorische Geist und Sinn seinesForschertums.Wo Es war, soll Ich werden, sagt erepigrammatisch, und selber nennt er die psychoanaly-tische Arbeit ein Kulturwerk,vergleichbar derTrocken-legung der Zuidersee. So fließen uns zum Schluß dieZüge des ehrwürdigen Mannes, den wir feiern, hinüberin die des greisen Faust, den es drängt,das herrischeMeer vom Ufer auszuschließen, der feuchten BreiteGrenze zu verengen.

Eröffn ich Räume vielen Millionen,

Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.

Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,

Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.

Es ist das Volk einer angst- und haßbefreiten, zumFrieden gereiften Zukunft.