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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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sass mit Clarissa und Ines, dazu mit Rüdiger, Spengler undKranich, auch wohl mit Jeanette Scheurl an einem Tische zusam-men, von welchem Schwerdtfeger, als Bauernbursch gekleidetoder in der Tracht des florentinischen 15. Jahrhunderts, dieseinen hübschen Beinen zustatten kam und ihn BotticellisJünglingsportrait mit der roten Mütze nicht unähnlich machte,

- in Pestlust aufgelöst und des Bedürfnisses sich geistig zuheben nun einmal gänzlich vergessen, die Rodde*sehen Mädchen"in netter Weise zum T^Jize holte. "In netter Weise" war sei-ne Vorzugsredensart; er hielt darauf, dass alles in Nettig-keit geschähe und unnette Unterlassungen vermieden würden.

Er hatte viele Verpflichtungen und dringende Flirt-Interessenim Saal, aber es wäre ihm wenig nett erschienen, die Damender Rambergstrasse, mit denen er auf eher geschwisterlichemPusse stand, ganz zu vernachlässigen, und diese Nettigkeits-beflissenheit war auch so sichtbar in seiner geschäftigenAnnäherung, dass Clarissa hochmütig sagte:

- lieber Gott, Rudolf, wenn Sie nur nicht eine so strah-lende Erlösermiene aufsetzen wollten, sobald Sie kommen!

Ich versichere Sie, wir haben genug getanzt und brauchen Siegarnicht.

- Brauchen? erwiderte er lustig entrüstet mit seiner etwasgaumigen Stimme. - Und die Bedürfnisse meines Herzens sol-len wohl überhaupt nicht gelten?

- Keinen Pfifferling, sagte sie. - Ausserdem bin ich zugross für Sie.

Und sie ging mit ihm, das geringe Kinn, dem es an derVertiefung unter der runden Lippe fehlte, stolz, erhoben.

Oder es war Ines, die er gebeten hatte, und die ihm verhäng-ten Blicks und mit gespitztem Munde zum Tanze folgte. Übri-gens war er nett nicht nur gegen die Schwestern. Er kontrol-lierte seine Vergesslichkeit. Plötzlich, besonders wenn jenees abgelehnt hatten, zu tanzen, konnte er nachdenklich werden

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