einer recht schimpflichen Facetie und Büffelposse erwidern,die mir hier zugestossen, dass du auch was zu wundem undlachen habest. Sage dir nur erst mein freundlich Hertz undguten Willen und verhoffe, dass du solche Ruthe fast fröh-lich und gerne leidest, wird dir in seiner Zeit wohl davongeholfen werden, dass du am Ende mit Knöpfen und Tressenals ein Reserve-Wachtmeister daraus hervorgehest.
Hie nun heisst es: »Gott vertrauen, landt und leut beschau-en, thut niemand gerauen.* Ist an der Pleisse, Parthe undElster doch unleugbar ein ander Dasein und geht ein andererPuls, als an der Saala, weil nämlich ein ziemlich gross Volkhier versammlet ist, mehr als siebenhunderttausend, was vonvornherein zu einer gewissen Sympathie und Duldung stimmt,wie der Prophet schon für Ninives Sünde ein wissend und hu-morhaft verstehend Herz hat, wenn er entschuldigend sagt:•Solche grosse Stadt, darinnen mehr als hunderttausend Men-schen'. Da magstu denken, wies erst bei siebenhunderttau-send Nachsicht erheischend zugeht, wo sie in den Messe-Zeiten,von deren herbstlicher ich als Neu-Kömmling eben noch eineProbe hatte, aus allen Teilen Europas, dazu aus Persien,Armenien und anderen asiatischen Ländern noch erklecklichenZustrom haben.
Nicht als ob mir dies Ninive sonderlich gefiele, ist gewissnicht die schönste Stadt meines Vaterlandis, Kaisersaschernist schöner, hat aber auch leichter schön sein und würdig,da es nichts weiter als alt und still zu sein braucht undkeinen Puls hat. Ist schon prächtig gebaut, mein Leipzig,recht wie aus einem teueren Steinbaukasten, und dazu redendie Leute überaus teuflisch gemein, dass man vor jedem Ladenscheut, ehe man was erhandelt, - ist als ob unser sanft ver-schlafenes Thüringisch aufgeweckt wäre zu einer Sieben-hunderttausend-Mann- Frechheit und Ruchlosigkeit des Maulwerksmit vorgeschobenem Unterkiefer, greulich, greulich, aber
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