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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Kapitel XI, und nur meine Neigung zum Zugeständnis hat demDoktor Schleppfuss die Ziffer XIII verschafft. Ich gönnesie ihm, - ja, mehr noch, ich hätte dieser ganzen Erinnerungs-masse an unsere Hallenser Studienjahre die Ziffer XIII ge-gönnt, denn ich sagte ja gleich, dass mir die Luft dieserStadt, die theologische Luft, nicht Wohltat, und dass meinehospitierende Teilnahme an Adrians Studium ein Opfer war,das ioh, unter mancherlei Missgefühlen, unserer Freundschaftbrachte.

Unserer? Ich sage besser: der meinen* denn er bestandja durchaus nicht darauf, dass ich mich neben ihm hielt,wenn er Kumpf oder Schleppfuss hörte, ja, dass ich darüberwohl gar Vorlesungen meines eigenen Programms versäumte. Ichtat es aus vollkommen freien Stücken, nur aus dem unabweisli-chen Wunsche, zu hören, was er hörte, zu wissen, was er auf-nahm, kurz: auf ihn acht zu haben, - denn das erschien mirimmer höchst notwendig, wenn auch zwecklos. Eine eigentümlichschmerzliche Bewusstseinsmischung, die ich da ausdrücke:von Dringlichkeit und Zwecklosigkeit. Ich war mir klar dar-über, ein Leben vor mir zu haben, das man wohl überwachen,aber nicht ändern, nicht beeinflussen konnte, und mein Drang,ein unverwandtes Auge darauf zu haben, dem Freunde nicht vonder Seite zu gehen, hatte viel von der Vorahnung, dass esmir eines Tages zur Aufgabe werden würde, von den Eindrückenseiner Jugend biographische Rechenschaft abzulegen. Dennsoviel ist ja wohl klar, dass ich mich über die obigen Dingenicht hauptsächlich deshalb verbreitet habe, um zu erklären,warum mir in Halle nicht sonderlich wohl war, sondern ausdemselben Grunde, weshalb ich über Wendell Kretzschmars Kai-sersascherner Vorträge so ausführlich war: nämlich weil mirdaran liegt und liegen muss, den Leser zum Zeugen von Adriansgeistigen Erfahrungen zu machen.

Auä demselben Grunde will ich ihn einladen, uns junge

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