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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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dert von unseren beiderseitigen Kameraden zusammen, sahen ein-ander auch nachmittags auf unserem Schülerstübchen, sei es,dass er in die Apotheke zu den Seligen Boten herüberkam, oderdass ich ihn im Hause seines Oheims, Parochialstrasse 15,besuchte, dessen Mezzanin von dem weitbekannten Leverkühn-schen Musikinstrumentenlager eingenommen war.

VII

Es war eine stille läge, abseits der Geschäftsgegend vonKaisersaschern, der Marktstrasse, der Grieskrämerzeile: einewinklige Gasse ohne Trottoir, nahe dem Dom, in der NikolausLeverkühns Haus sich als das stattlichste hervortat. Drei-stöckig, die Räume des abgesetzten und erkerförmig ausgebau-ten Daches nicht mitgezählt, war es ein Bürgerhaus aus dem16, Jahrhundert, das schon dem Grossvater des Besitzers ge-hört hatte, mit fünf Fenstern Front im ersten Stock überdem Eingangstor, und nur vieren, mit Läden versehenen, imzweiten, wo erst die Wohnräume lagen und aussen, über demschmucklosen, imgetünchten Unterbau, die Holzwerkdekorationbegann. Selbst die Stiege verbreiterte sich erst nach demPodest des ziemlich hoch über der steinernen Diele gelegenenHalbgeschosses, so dass Besucher und Käufer - und es kamensolche auch vielfach von auswärts, von Halle und selbst vonLeipzig - einen nicht unbeschwerlichen Aufgang zu dem Zielihrer Wünsche, dem Instrumenten-Magazin hatten, welches, wieich gleich zu zeigen gedenke, allerdings eine steile Treppewert war.

Nikolaus, ein Witwer - seine Frau war in jungen Jahren ge-storben -, hatte bis zu Adrians Eintritt das Haus alleinmit einer alteingesessenen Wirtschafterin, Frau Butze, einer

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