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Saalkirchen und Oratorien in den Gassen laeutet es auch. Wernennt die Namen und weiss die Titel? Wie es toent, wenn derWind, wenn der Sturm gar wuehlt in den Saiten der Aeolsharfeund gaenzlich die Klangwelt aufgeweckt ist, was weit von einan-der und nahe beisammen, in schwirrender Allharmonie: so, dochins Erzene uebersetzt, geht es zu in den berstenden Lueften, daalles laeutet zu grossem Fest und erhabenem Einzug.
Wer laeutet die Glocken? Die Gloeckner nicht. Die sind aufdie Strasse gelaufen wie alles Volk, da es so ungeheuerlich laeu-tet. Ueberzeugt euch: die Glockenstuben sind leer. Schlaffhaengen die Seile, und dennoch wogen die Glocken, droehnen die
Kloeppel. Wird man sagen, dass niemand sie laeutet? - Nein, nur✓
ein ungrammatischer Kopf ohne Logik waere der Aussage faehig,
"Es laeuten die Glocken’ 1 , das meint: sie werden gelaeutet, undseien die Stuben auch noch so leer* - Wer also laeutet dieGlocken Roms? - Der Geist der Erzaehlung . - Kann denn der ueber-all sein, hic et ubique, zum Beispiel zugleich auf dem Turme vonSankt Georg in Velabro und droben in Santa Sabina, die Saeulenhuetet vom graeulichen Tempel der Diana? An hundert weihlichenOrten auf einmal? - Allerdings, das vermag er. Er ist luftig,koerperlos, allgegenwaertig, nicht unterworfen dem Unterschiedevon Hier und Dort. Er ist es, der spricht: "Alle Glocken laeu-teten", und folglich ist er’s, der sie laeutet. So geistig istdieser Geist und so abstrakt, dass grammatisch nur in der drittenPerson von ihm die Rede sein und es lediglich heissen kann: "Erist’s"* Und doch kann er sich auch zusaramenziehen zur Person,naemlich zur ersten, und sich verkoerpern in jemandem, der indieser spricht und spricht: "Ich bin es. Ich bin der Geist derErzaehlung, der, sitzend an seinem derzeitigen Ort, naemlich in
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