mit welcher innigen Sorgfalt er, der aufdas größteGlück, das es uns zu bieten vermag, Verzicht ge-leistet hatte, die Freuden, die ihm zugänglich waren,zu genießen wußte. Ein Spaziergang zur Frühlings-zeit draußen in den Anlagen vor der Stadt, der Dufteiner Blume, der Gesang eines Vogels — konnteman für solche Dinge nicht dankbar sein?
Und daß zur Genußfähigkeit Bildung gehört, ja,daß Bildung immer nur gleich Genußfähigkeitist, — auch das verstand er: und er bildete stch. Erliebte die Mustk und besuchte alle Konzerte, dieetwa in der Stadt veranstaltet wurden. Er selbstspielte allmählich, obgleich er stch ungemein merk-würdig dabei ausnahm, die Geige nicht übel undfreute stch an jedem schönen und weichen Ton, derihm gelang. Auch hatte er stch durch viele Lektüremir der Zeit einen literarischen Geschmack angeeignet,den er wohl in der Stadt mit niemanden teilte. Erwar unterrichtet über die neueren Erscheinungen desIn- und Auslandes, er wußte den rhythmischen Reizeines Gedichtes auszukosten, die intime Stimmung"einer fein geschriebenen Novelle auf stch wirken zulasten... oh! man konnte beinahe sagen, daß er einEpikuräer war.
Er lernte begreifen, daß alles genießenswert, unddaß es beinahe töricht ist, zwischen glücklichen undunglücklichenErlebnisten zu unterscheiden. Er nahmalle seine Empfindungen und Stimmungen bereit-willigst auf und pflegte ste, die trüben so gut wie