fähig zu sein, der kleine Johannes möchte ihr erhaltenbleiben. Allein nach zwei Tagen erklärte ihr derArzt mit einem ermutigenden Händedruck, eine un-mittelbare Gefahr sei schlechterdings nicht mehrvorhanden, die leichte Gehirnaffektion, vor allem,sei gänzlich gehoben, was man schon an dem Blickesehen könne, der durchaus nicht mehr den stierenAusdruck zeige wie anfangs... Freilich müsse manabwarten, wie im übrigen stch die Sache entwickelnwerde — und das Beste hoffen, wie gesagt, dasBeste hoffen...
graue Giebelhaus, in dem Johannes Friede-mann aufwuchs, lag am nördlichen Tore deralten, kaum mittelgroßen Handelsstadt. Durch dieHaustür betrat man eine geräumige, mit Gtein-fließen versehene Diele, von der eine Treppe mitweißgemalrem Holzgeländer in die Etagen hinauf-führte. Die Tapeten des Wohnzimmers im erstenStock zeigten verblichene Landschaften, und um denschweren Mahagonitisch mit der dunkelro tenplüsch-decke standen steiflehnige Möbel.
Hier saß er oft in seiner Kindheit am Fenster,vor dem stets schöne Blumen prangten, auf einemkleinen Scbemel zu den Füßen seiner Mutter undlauschte etwa, während er ihren glatten, grauenScheitel und ihr gutes, sanftmütiges Gesteht be-trachtete und den leisen Duft atmete, der immer von
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