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1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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und zufrieden zu erscheinen das nenne ich un-würdig, das nenne ich skandalös, will ich dirsagen . . .!"

Sie brach ab, warf das Kinn wieder in die Handund starrte erregt auf die Fensterscheiben. Er standvor ihr, auf ein Bein gestützt, die Hände in denHosentaschen, und ließ seine Augen auf ihr ruhen,ohne sie zu sehen, in Gedanken, und indem er lang-sam den Kopf hin und her bewegte.

Tony," sagte er,du machst mir nichts weiß.Ich habe es schon vorher gewußt, aber in deinenletzten Worten hast du dich verraten. Es ist garnicht der Mann. Es ist die Stadt. Es ist gar nichtdiese Albernheit auf der Himmelsleiter. Es ist dasGanze überhaupt. Tu hast dich nicht akklimatisierenkönnen. Sei aufrichtig."

Ta hast du recht, Thomas!" rief sie. Sie sprangsogar empor dabei und wies ihm mit ausgestreckterHand gerade ins Gesicht hinein. Ihr Gesicht warrot. Sie blieb in einer kriegerischen Haltung stehen,mit der einen Hand den Stuhl erfaßt, gestikuliertemit der anderen und hielt eine Rede, eine leiden-schaftlich bewegte Rede, die unaufhaltsam hervor-sprudelte. Der Konsul betrachtete sie tief erstaunt.Kaum, daß sie sich Zeit ließ, Atem zu schöpfen, sobrausten und brodelten schon wieder neue Worte her-vor. Ja, sie fand Worte, sie drückte Alles aus, wassich während dieser Jahre an Widerwillen in ihr ge-sammelt hatte: ein bißchen ungeordnet und ver-worren, aber sie drückte es aus. Es war eine Ex-