339
von einem Spaziergang zurückkam, und warf ihrenHut auf das Sofa im Landfchaftszimmer ... „DieseMöllendorpf, diese geborene Hagenström, diese Sem-linger, dieses Julcheu, dieses Geschöpf ... was meinstdu wohl, Mama! Sie grüßt mich nicht ... nein,sie grüßt mich nicht! Sie wartet, daß ich sie zuerstgrüße! Was sagst du dazu! Ich bin in der BreitenStraße mit erhobenen: Kopfe an ihr vorübergegangenund habe ihr gerade ins Gesicht gesehen ..."
„Tu gehst zu weit, Tony ... Nein, Alles hatseine Grenzen. Warum konntest du Madame Möllen-dorpf nicht zuerst grüßen? Ihr seid gleichaltrig,und sie ist eine verheiratete Frau so gut wie dues warst ..."
„Niemals, Mama! O Gott, das Geschmeiß!"
„^8862, meine Liebe! So undelikate Worte..."
„Oh, man kann sich Hinreißen lassen!"
Ihr Haß gegen diese „hergelaufene Familie"wurde durch die bloße Vorstellung genährt, daß dieHagenströms sich nun vielleicht berechtigt fühlen könn-ten, auf sie herabzusehen, und nicht minder durchdas Glück, mit dem dies Geschlecht emporblühte. Deralte Hinrich starb zu Anfang des Jahres 51 , undsein Sohn Hermann ... Hermann mit den Citronen-semmeln und der Ohrfeige, führte nun an der Seitedes Herrn Strunck das glänzend gehende Export-geschäft fort und heiratete ein kurzes Jahr späterdie Tochter des Konsuls Huneus, des reichstenMannes der Stadt, der es mit seinem Holzhandel
22 *